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U-Untersuchungen beim Baby: U1, U2 und U3 einfach erklärt

Aktualisiert am 5. November 20267 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Die U1 findet direkt nach der Geburt statt, die U2 zwischen dem 3. und 10. Lebenstag und die U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche. Dazu kommen in den ersten Lebenstagen das Neugeborenen-Blutscreening, das Hörscreening und ein Herztest mit Pulsoxymetrie. Bei U1, U2 und U3 bekommt dein Baby jeweils Vitamin-K-Tropfen, bei der U3 wird außerdem die Hüfte per Ultraschall untersucht. Alle Untersuchungen zahlt die gesetzliche Krankenkasse.

Die Früherkennungsuntersuchungen, kurz U-Untersuchungen, sollen Krankheiten und Entwicklungsauffälligkeiten früh erkennen, damit sie rechtzeitig behandelt werden können. Grundlage ist die Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Hier erfährst du, was bei den ersten drei Untersuchungen passiert, welche Tests dazugehören und was du nach einer ambulanten Geburt selbst im Blick behalten musst.

Überblick: die ersten Untersuchungen

Untersuchung Zeitpunkt Wichtigste Inhalte
U1 direkt nach der Geburt Apgar-Test, Nabelschnurblut, Gewicht, Länge, Vitamin K
Pulsoxymetrie 24. bis 48. Lebensstunde Test auf kritische angeborene Herzfehler
Neugeborenen-Blutscreening 36. bis 72. Lebensstunde angeborene Stoffwechsel- und Hormonstörungen, Mukoviszidose und weitere
Hörscreening bis zur 72. Lebensstunde Test auf angeborene Hörstörungen
U2 3. bis 10. Lebenstag Untersuchung von Kopf bis Fuß, Vitamin K, Beratung zu Vitamin D
U3 4. bis 5. Lebenswoche Hüftultraschall, Gelbsucht und Stuhlfarbe, Entwicklung, Vitamin K, Impfberatung

Die Zeitfenster stammen aus dem Gelben Kinderuntersuchungsheft des G-BA, wie es kindergesundheit-info.de wiedergibt (Stand Juni 2026).

U1: direkt nach der Geburt

Die U1 macht meist die Hebamme oder Ärztin im Kreißsaal, oft während dein Baby schon bei dir liegt. Sie prüft, ob die lebenswichtigen Funktionen gut in Gang kommen, und sucht nach Auffälligkeiten, die sofort behandelt werden müssen.

  • Apgar-Test: Hautfarbe, Herzschlag, Reflexe, Muskelspannung und Atmung werden laut Kinder-Richtlinie nach fünf und nochmals nach zehn Minuten bewertet.
  • Nabelschnurblut: Der pH-Wert zeigt, wie gut dein Baby während der Geburt mit Sauerstoff versorgt war.
  • Gewicht, Länge, Kopfumfang werden gemessen.
  • Vitamin K: Nach Rücksprache mit dir bekommt dein Baby die erste Gabe.

Die Screenings in den ersten Lebenstagen

Herztest mit Pulsoxymetrie

Zwischen der 24. und 48. Lebensstunde wird mit einem kleinen Sensor am Fuß die Sauerstoffsättigung gemessen. Das ist schmerzfrei und kann Hinweise auf einen kritischen angeborenen Herzfehler geben, der sonst übersehen werden könnte.

Neugeborenen-Blutscreening

Zwischen der 36. und 72. Lebensstunde werden einige Tropfen Blut aus der Ferse auf eine Testkarte gegeben. Untersucht wird auf seltene angeborene Stoffwechsel- und Hormonstörungen, auf Mukoviszidose und weitere Erkrankungen, die sich gut behandeln lassen, wenn sie früh erkannt werden. Seit dem 15. Mai 2026 gehören laut Beschluss des G-BA auch ein Vitamin-B12-Mangel sowie drei weitere seltene Stoffwechselerkrankungen dazu. Damit umfasst das Screening 20 statt bisher 16 Zielerkrankungen. Das Screening ist freiwillig und erfolgt mit deinem Einverständnis.

Du hörst meist nur dann etwas, wenn ein Befund kontrolliert werden muss. Eine Kontrolle bedeutet nicht automatisch, dass dein Baby krank ist.

Hörscreening

Bis zur 72. Lebensstunde wird das Gehör mit einem kleinen Gerät gemessen, oft während dein Baby schläft. Ein unauffälliges Ergebnis wird im Gelben Heft eingetragen. Ist das Ergebnis unklar, folgt eine Kontrolle, häufig weil Fruchtwasser im Ohr die Messung stört.

U2: zwischen dem 3. und 10. Lebenstag

Die U2 ist die erste große ärztliche Untersuchung von Kopf bis Fuß. Meist findet sie in der Geburtsklinik statt. Wenn ihr früher nach Hause geht oder dein Baby zu Hause geboren wurde, brauchst du einen zeitnahen Termin in einer Kinderarztpraxis.

Untersucht werden laut kindergesundheit-info.de unter anderem Haut, Sinnesorgane, Herz, Lunge, Bauchorgane, Geschlechtsorgane, Kopf, Skelett, Muskeln und Nerven. Die Ärztin achtet auch darauf, ob eine behandlungsbedürftige Gelbsucht vorliegt. Mehr dazu in Neugeborenengelbsucht: Wann sie harmlos ist.

Außerdem bei der U2:

  • zweite Vitamin-K-Gabe
  • Vitamin D: Zur Vorbeugung von Rachitis wird es ab der zweiten Lebenswoche täglich empfohlen, je nach Geburtszeitpunkt für die ersten 12 bis 18 Monate. Die Ärztin bespricht mit dir, wie und in welcher Form.
  • Fluorid für die Zahngesundheit, anfangs oft zusammen mit Vitamin D
  • Hüfte: Gibt es in eurer Familie bestimmte Hüftprobleme, kann der Hüftultraschall schon jetzt gemacht oder veranlasst werden.
  • Beratung zu Stillen und Ernährung, zum sicheren Babyschlaf und zu Unterstützungsangeboten wie den Frühen Hilfen
  • Nachholen, falls Blutscreening oder Hörtest noch fehlen

U3: in der 4. bis 5. Lebenswoche

Die U3 findet in der Kinderarztpraxis statt. Vereinbare den Termin am besten schon kurz nach der Geburt, denn Praxen sind oft voll.

  • Gründliche körperliche Untersuchung und Messung von Gewicht, Länge und Kopfumfang
  • Hüftultraschall: Die Hüftgelenke werden per Ultraschall angeschaut, damit eine Fehlstellung früh behandelt werden kann. kindergesundheit-info.de empfiehlt diese Untersuchung ausdrücklich.
  • Gelbsucht und Stuhlfarbe: Ein heller, entfärbter Stuhl kann ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Störung des Gallenabflusses sein. Im Gelben Heft findest du dafür eine Stuhlfarbkarte.
  • Entwicklung: Hebt dein Baby in Bauchlage kurz den Kopf? Schaut es Gesichter an?
  • dritte Vitamin-K-Gabe
  • Fragen zu Schlaf, Trinken, Verdauung und Verhalten
  • Impfberatung: Erste Impfungen sind ab einem Alter von sechs Wochen möglich. Dafür vereinbarst du meist einen eigenen Termin.
  • Beratung zu Ernährung, Vitamin D und Fluorid, Unfallverhütung, sicherem Schlaf und Unterstützungsangeboten

Die U3 ist auch ein guter Moment, über dich zu sprechen. Erschöpfung, Schlafmangel und Überforderung sind in den ersten Monaten häufig, und die Ärztin kann dir Unterstützungsangebote nennen.

Vitamin K: warum dreimal?

Neugeborene haben von Natur aus wenig Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Ohne Vorbeugung kann es in seltenen Fällen zu gefährlichen Blutungen kommen, auch zu Hirnblutungen. Deshalb bekommt dein Baby laut kindergesundheit-info.de bei U1, U2 und U3 jeweils 2 mg Vitamin K als Tropfen. Wichtig ist, dass alle drei Gaben erfolgen. In besonderen Situationen kann Vitamin K auch einmalig als Spritze gegeben werden.

Nach ambulanter Geburt oder Hausgeburt: Was du organisierst

Wenn ihr nicht mehrere Tage in der Klinik bleibt, liegen einige Termine in deiner Verantwortung:

  • Kinderarztpraxis schon in der Schwangerschaft suchen und fragen, ob sie Neugeborene aufnimmt
  • U2-Termin für den 3. bis 10. Lebenstag vereinbaren
  • Blutscreening zwischen der 36. und 72. Lebensstunde sicherstellen: Wirst du früher entlassen, soll laut Kinder-Richtlinie schon eine erste Probe genommen werden, ein zweites Screening folgt dann rechtzeitig. Nach einer Hausgeburt kümmert sich die Hebamme darum, die die Geburt geleitet hat.
  • Hörscreening und Pulsoxymetrie klären: Wo und wann werden sie gemacht?
  • U3-Termin für die 4. bis 5. Lebenswoche frühzeitig buchen
  • Gelbes Heft zu jedem Termin mitnehmen

Gerade in den ersten Tagen zu Hause ist deine Hebamme eine wichtige Ansprechperson: Sie wiegt dein Baby, schaut nach Gelbsucht, Nabel und Trinken und erinnert dich an fehlende Untersuchungen. Wenn du noch keine hast, hilft dir unser Leitfaden Hebamme finden.

Termine einhalten: Was gilt bei Verspätung?

Für jede U-Untersuchung gibt es einen vorgesehenen Zeitraum und eine begrenzte Toleranzgrenze. Laut Kinder-Richtlinie ist die U2 vom 3. bis 10. Lebenstag vorgesehen und bis zum 14. Lebenstag möglich, die U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche und noch in der 3. bis 8. Lebenswoche. Wird ein Termin deutlich verpasst, kann die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen, schreibt kindergesundheit-info.de. Plane deshalb rechtzeitig, und ruf in der Praxis an, wenn ein Termin wegen Krankheit ausfällt.

Viele weitere Erledigungen rund um die Geburt, von der Geburtsurkunde bis zur Krankenversicherung des Babys, findest du in unserer Checkliste Nach der Geburt: Behördengänge und Anträge.

Sofort Hilfe holen: Warte nicht auf die nächste U-Untersuchung, wenn dein Baby krank wirkt. Ruf die Kinderarztpraxis an oder fahr in die Kinderklinik (nachts 116 117), wenn dein Baby unter drei Monate alt ist und Fieber ab 38,0 °C hat, nicht trinken will, sehr schlapp ist, sehr gelb wird oder hellen, entfärbten Stuhl hat. Bei Atemproblemen, blauen Lippen oder einem Krampfanfall: 112.

Gut zu wissen

Die ersten U-Untersuchungen sind ein Sicherheitsnetz für dein Baby und eine gute Gelegenheit, deine Fragen loszuwerden. Schreib sie dir vorher auf. Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Kinderärztin oder Hebamme. Was in den ersten Lebenswochen sonst normal ist, liest du in Die ersten Wochen mit Baby.

Zwischen den Arztterminen ist deine Hebamme zu Hause für euch da. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deiner Geburt noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen: Hebamme in deiner Nähe finden.

Häufige Fragen

Wann ist die U2?

Die U2 findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt. Wenn dein Baby in der Klinik geboren wird und ihr noch dort seid, wird sie meist in der Klinik gemacht. Nach einer ambulanten Geburt oder Hausgeburt vereinbarst du dafür einen Termin in einer Kinderarztpraxis.

Wann ist die U3 und was wird gemacht?

Die U3 ist in der 4. bis 5. Lebenswoche. Dein Baby wird gründlich körperlich untersucht, die Hüftgelenke werden per Ultraschall angeschaut, und die Ärztin achtet auf Gelbsucht und Stuhlfarbe. Außerdem geht es um Ernährung, Schlaf, Vitamin D und die ersten Impfungen.

Wie oft bekommt mein Baby Vitamin K?

Dreimal, jeweils 2 mg als Tropfen bei der U1, U2 und U3. Vitamin K beugt seltenen, aber gefährlichen Blutungen vor, etwa Hirnblutungen. Wichtig ist, dass dein Baby alle drei Gaben bekommt.

Sind die U-Untersuchungen Pflicht?

Die U-Untersuchungen sind eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und werden dringend empfohlen. Halte die vorgesehenen Zeiträume ein, denn bei deutlicher Verspätung kann die Kasse die Kostenübernahme ablehnen. Ob dein Bundesland an die Termine erinnert, erfährst du bei deiner Kinderarztpraxis.

Was muss ich zur U-Untersuchung mitbringen?

Die Gesundheitskarte deines Babys oder vorerst deine eigene, das Gelbe Kinderuntersuchungsheft mit Teilnahmekarte und bei der U1 den Mutterpass. Hilfreich sind auch notierte Fragen und, bei Sorgen wegen der Stuhlfarbe, eine Windel.

Quellen

  1. kindergesundheit-info.de (BIÖG): U1-Untersuchung, was wird gemacht?
  2. kindergesundheit-info.de (BIÖG): U2-Untersuchung, was wird gemacht?
  3. kindergesundheit-info.de (BIÖG): U3-Untersuchung, was wird gemacht?
  4. kindergesundheit-info.de (BIÖG): Wofür sind die Vitamin-K-Tropfen bei den ersten Untersuchungen?
  5. kindergesundheit-info.de (BIÖG): Termine für Vorsorgeuntersuchungen
  6. G-BA: Beschluss vom 15.05.2025, Vitamin-B12-Mangel und weitere Zielerkrankungen im erweiterten Neugeborenen-Screening
  7. G-BA: Kinder-Richtlinie, Richtlinientext (in Kraft seit 01.01.2026), § 2 Toleranzgrenzen, § 3 U1, §§ 19 und 20 Neugeborenen-Screening, §§ 62 bis 64 Pulsoxymetrie
  8. KBV Praxisnachricht (26.03.2026): Erweitertes Neugeborenen-Screening wird ergänzt, ab 15. Mai 20 Zielerkrankungen