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Nabelpflege beim Neugeborenen: trocken, sauber, gelassen

Aktualisiert am 5. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Der Nabelschnurrest braucht vor allem Luft, Trockenheit und saubere Hände. Er trocknet ein, wird dunkel und fällt meist innerhalb der ersten zwei Wochen von selbst ab. Puder, Salben oder Desinfektion sind bei einem gesunden Nabel in der Regel nicht nötig. Rötung um den Nabel, Schwellung, Nässen, Eiter oder Geruch sind Gründe, deine Hebamme oder Kinderarztpraxis zu informieren, bei Fieber oder einem schlappen Baby sofort.

Der kleine Rest der Nabelschnur sieht anfangs ungewohnt aus, und viele Eltern haben Hemmungen, ihn zu berühren. Keine Sorge: Er tut deinem Baby nicht weh, denn er hat keine Nerven. Mit ein paar einfachen Handgriffen heilt der Nabel fast immer problemlos. Hier liest du, was wirklich nötig ist und was du dir sparen kannst.

Sofort Hilfe holen: Ruf sofort die Kinderarztpraxis an oder fahr in die Kinderklinik (nachts und am Wochenende Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117), wenn sich die Haut rund um den Nabel rötet und die Rötung größer wird, wenn der Nabel geschwollen, warm oder hart ist, eitrig riecht oder Eiter austritt, oder wenn dein Baby zusätzlich Fieber ab 38,0 °C hat, schlecht trinkt oder schlapp wirkt. Bei Atemproblemen oder wenn dein Baby kaum ansprechbar ist: 112. Auch eine Blutung, die nach leichtem Druck nicht aufhört, gehört ärztlich angeschaut.

So pflegst du den Nabel

Die Grundregeln

Laut kindergesundheit-info.de (Stand Juni 2026) reicht diese einfache Pflege:

  • Hände waschen vor jeder Berührung des Nabels.
  • Einmal täglich reinigen, wenn nötig: mit abgekochtem, handwarmem Wasser.
  • Trocken tupfen mit einer sauberen Mullwindel. Nicht reiben.
  • Windel unter den Nabel falten, damit er an der Luft trocknet, nicht gerieben und nicht mit Urin oder Stuhl verschmutzt wird.
  • Nabelklemme polstern, solange sie noch dran ist, mit einer luftdurchlässigen Kompresse, damit keine Druckstellen entstehen. Die Kompresse trocken halten und bei Bedarf wechseln.

Wird der Nabel mit Stuhl oder Urin verschmutzt, reinige ihn mit Wasser und tupfe ihn danach gut trocken.

Trocken statt behandelt

Früher wurde der Nabel oft routinemäßig gepudert, mit Alkohol abgetupft oder desinfiziert. Die deutsche Leitlinie zur Betreuung von Neugeborenen in der Geburtsklinik empfiehlt heute eine offene, trockene Nabelpflege. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt das Desinfektionsmittel Chlorhexidin in ihren Leitlinien zur Zeit nach der Geburt (2022) nur dort, wo üblicherweise schädliche traditionelle Mittel wie Tierdung auf den Nabel gegeben werden.

Auch Salben und Cremes sind für einen gesunden Nabel nicht sinnvoll, weil sie das Gewebe aufweichen, das eigentlich eintrocknen soll. In der Praxis gehen Kliniken und Hebammen unterschiedlich vor, manche nutzen zum Beispiel einen Puder. Wenn deine Hebamme dir in eurer Situation etwas anderes rät, folge ihrem Rat und frag ruhig nach dem Grund.

Baden ist erlaubt

Das strenge Badeverbot bis zum Abfallen des Nabels gilt nicht mehr. Laut kindergesundheit-info.de darfst du dein Baby baden, auch bevor der Nabel abgeheilt ist, solange keine Entzündungszeichen da sind. Danach tupfst du den Nabel gut trocken. In den ersten Wochen reicht aber auch das Waschen mit einem Waschlappen völlig aus.

Was ist normal?

Was du siehst Einordnung
Nabelrest wird dunkel, hart und schrumpelig normal, er trocknet ein
leichter, typischer Geruch beim Eintrocknen meist normal, bei eitrigem Geruch ärztlich anschauen lassen
ein paar Tropfen Blut oder etwas Kruste nach dem Abfallen normal, die Kruste fällt bald von selbst ab
Nabelrest hängt nur noch an einem Faden normal, nicht abziehen, er löst sich von selbst
Nabel nässt leicht nach dem Abfallen häufig harmlos, trocken halten und der Hebamme zeigen

Wann fällt der Nabel ab?

Der Nabelschnurrest fällt laut kindergesundheit-info.de meist innerhalb der ersten zwei Wochen ab. Danach bildet sich neue Haut, das dauert noch einige Tage. Etwa zwei bis drei Wochen nach der Geburt ist der Nabel in der Regel abgeheilt. Sitzt der Rest nach zwei Wochen noch fest oder bist du unsicher, sprich deine Hebamme oder Kinderärztin an.

Warnzeichen: Wann du handeln solltest

Nabelentzündung

Eine Entzündung des Nabels ist bei sauberer Pflege selten, kann sich aber ausbreiten und muss behandelt werden. Typische Zeichen:

  • Rötung der Haut rund um den Nabel, besonders wenn sie größer wird
  • Schwellung, Wärme oder Verhärtung
  • gelblicher oder eitriger Ausfluss, übler Geruch
  • dein Baby wirkt krank: Fieber, Trinkschwäche, Schlappheit

Laut kindergesundheit-info.de solltest du bei Rötung, austretender Flüssigkeit oder unklaren Schwellungen die Hebamme informieren oder die kinderärztliche Praxis aufsuchen. Kommen Fieber oder Allgemeinsymptome dazu, gilt das sofort.

Kleines rotes Knötchen

Bleibt nach dem Abfallen ein kleines, feuchtes, rötliches Knötchen im Nabel und nässt der Nabel weiter, kann das ein sogenanntes Nabelgranulom sein, eine kleine Gewebswucherung am Nabelgrund. Zeig es deiner Hebamme oder der Kinderärztin. Sie kann es behandeln, etwa durch Verätzen mit Silbernitrat, größere Granulome werden chirurgisch entfernt.

Nabelbruch

Wölbt sich der Nabel beim Schreien oder Pressen nach außen, kann das ein Nabelbruch sein. Viele Babys haben einen kleinen Nabelbruch, und er verschließt sich meist in den ersten Lebensjahren von selbst. Lass ihn bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung anschauen. Sehr selten klemmt sich dabei Darm ein, das ist ein Notfall. Sofort in die Kinderklinik oder Notaufnahme (oder 112) musst du, wenn dein Baby dabei starke Schmerzen zu haben scheint oder erbricht.

Was deine Hebamme macht

Im Wochenbett schaut deine Hebamme bei den Hausbesuchen auf den Nabel, zeigt dir die Pflege und erkennt Auffälligkeiten früh. Nach dem Hebammenhilfevertrag hast du bis zum 10. Lebenstag bis zu 20 Kontakte und danach bis zum Ende der 12. Lebenswoche bis zu 16 weitere Kontakttage, ohne Zuzahlung. Wie diese Besuche ablaufen, liest du unter Wochenbettbetreuung. Bei der U3 in der vierten bis fünften Lebenswoche wird dein Baby außerdem kinderärztlich gründlich untersucht, siehe U1, U2, U3.

Kurze Checkliste

  • Hände waschen
  • Nabel trocken und an der Luft halten
  • Windel unterhalb falten
  • Nur bei Verschmutzung mit Wasser reinigen, trocken tupfen
  • Keine Salben, kein routinemäßiges Desinfizieren, außer auf Rat deiner Hebamme
  • Nicht am Nabelrest ziehen
  • Auf Rötung, Schwellung, Geruch und Fieber achten

Gut zu wissen

Fast jeder Nabel heilt ohne Probleme, und weniger Pflege ist oft die bessere Pflege. Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Kinderärztin. Was in den ersten Wochen sonst normal ist, findest du in Die ersten Wochen mit Baby.

Eine Hebamme, die im Wochenbett regelmäßig vorbeikommt, zeigt dir die Nabelpflege direkt am Wickeltisch. Wenn du noch keine hast, hilft dir unser Leitfaden Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deiner Geburt noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen: Hebamme in deiner Nähe finden.

Häufige Fragen

Wann fällt der Nabelschnurrest ab?

Meist innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt. Der Rest trocknet ein, wird dunkel und löst sich dann von selbst. Manchmal dauert es etwas länger. Zieh nicht daran, auch wenn er nur noch an einem Faden hängt.

Darf ich mein Baby baden, bevor der Nabel abgefallen ist?

Ja, wenn der Nabel nicht entzündet ist. Danach tupfst du ihn gut trocken. In den ersten Wochen reicht aber auch das Waschen mit einem Waschlappen völlig aus.

Muss ich den Nabel desinfizieren oder pudern?

In der Regel nicht. Für gesunde Neugeborene empfiehlt die deutsche Leitlinie eine offene, trockene Nabelpflege. Puder, Salben oder Desinfektionsmittel kommen nur zum Einsatz, wenn deine Hebamme oder Kinderärztin das in eurer Situation für nötig hält.

Woran erkenne ich eine Nabelentzündung?

An einer Rötung der Haut rund um den Nabel, die sich ausbreitet, an Schwellung, nässendem oder eitrigem Ausfluss oder unangenehmem Geruch. Hat dein Baby zusätzlich Fieber, trinkt schlecht oder wirkt schlapp, lass es sofort ärztlich untersuchen.

Quellen

  1. kindergesundheit-info.de (BIÖG): Nabelpflege beim Baby (Stand 01.06.2026)
  2. WHO: Recommendations on maternal and newborn care for a positive postnatal experience (2022)
  3. AWMF S2k-Leitlinie 024-005: Betreuung von Neugeborenen in der Geburtsklinik (2022)
  4. Universitätsklinikum Leipzig, Kinderchirurgie: Nässender Nabel
  5. MSD Manual (Ausgabe für Patienten): Nabelbruch bei Kindern
  6. gesundheit.gv.at (öffentliches Gesundheitsportal Österreichs): Nabelbruch
  7. kindergesundheit-info.de (BIÖG): Das Baby baden
  8. kindergesundheit-info.de (BIÖG): Arztbesuch zwingend
  9. GKV-Spitzenverband: Hebammenhilfevertrag (Fassung ab 01.04.2026)