Wochenbettbetreuung: So laufen die Hebammenbesuche ab
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.
Kurz gesagt: Im frühen Wochenbett, vom Tag der Geburt bis zum 10. Lebenstag, kommt die Hebamme meist häufig, oft täglich. Die Kasse zahlt bis zu 20 Kontakte, bis zu zwei am Tag. Vom 11. Lebenstag bis zum Ende der 12. Lebenswoche folgen bis zu 16 Kontakttage, als Hausbesuch, in der Praxis oder per Video. Bei jedem Besuch schaut sie nach dir und deinem Baby und beantwortet deine Fragen. Danach gibt es bei Stillproblemen noch bis zu acht Kontakttage.
Die ersten Wochen mit Baby sind intensiv, und die Hebamme ist in dieser Zeit oft die wichtigste Ansprechpartnerin. Viele fragen sich vorher: Was macht sie eigentlich bei den Besuchen? Wie oft kommt sie? Was muss ich vorbereiten? Hier findest du den Ablauf als Zeitleiste und die Zahlen aus dem aktuellen Hebammenhilfevertrag.
Stand: November 2026, Hebammenhilfevertrag in der Fassung ab 01.04.2026.
Die Kontingente laut Hebammenhilfevertrag
Seit November 2025 gilt ein neuer Hebammenhilfevertrag, mit Anpassungen ab April 2026. Die Hebamme rechnet nach Zeit in Fünf-Minuten-Einheiten ab. Viele Ratgeber nennen noch alte Zahlen wie „16 Besuche in 8 Wochen“ oder „Beratung per SMS“, das ist überholt.
| Phase | Zeitraum | Kontingent | Dauer je Kontakt |
|---|---|---|---|
| Frühes Wochenbett | Tag der Geburt (1. Lebenstag) bis 10. Lebenstag | bis zu 20 Kontakte, bis zu 2 am Tag (der zweite auch per Video) | Hausbesuch bis 90 Minuten, in den ersten drei Lebenstagen und beim ersten Besuch bis 120 Minuten |
| Spätes Wochenbett | 11. Lebenstag bis Ende der 12. Lebenswoche | bis zu 16 Kontakttage, ein Kontakt pro Tag, dazu telefonische Kurzberatung | Hausbesuch bis 60 Minuten, Praxis oder Video bis 30 Minuten |
| Still- und Ernährungsprobleme | ab der 13. Lebenswoche bis Ende der Abstillphase (bei Ernährungsproblemen des Babys bis Ende des 9. Lebensmonats) | bis zu 8 Kontakttage | bis 45 Minuten |
| Darüber hinaus | bei medizinischem Bedarf | weitere Kontakte mit ärztlicher Anordnung | je nach Anordnung |
Bei Mehrlingen verlängert sich die mögliche Betreuungszeit pro Tag um zehn Minuten je weiterem Kind. Nach einer Fehlgeburt gibt es eigene, gestaffelte Kontingente im Wochenbett, je nach Schwangerschaftswoche.
Wichtig: Die Kontingente sind Höchstgrenzen, keine Pflicht. Wie oft deine Hebamme kommt, besprecht ihr gemeinsam nach Bedarf. Gesetzlich Versicherte zahlen dafür nichts.
Was bei jedem Besuch passiert
Kein Besuch gleicht dem anderen. Einige Dinge schaut sich die Hebamme aber fast immer an, weil die Überwachung des Wochenbettverlaufs laut Hebammengesetz zu ihren Kernaufgaben gehört.
Bei dir:
- Stand der Gebärmutter und wie sie sich zurückbildet
- Wochenfluss: Menge, Farbe, Geruch
- Damm, Naht oder Kaiserschnittnarbe
- Brust und Brustwarzen, Milchbildung
- Blutdruck, Puls, Temperatur bei Bedarf
- Blase und Darm
- Schlaf, Stimmung, Erschöpfung
Bei deinem Baby:
- Gewicht (die Hebamme bringt meist eine Waage mit)
- Trinkverhalten und Anlegen
- Ausscheidungen: nasse und volle Windeln
- Hautfarbe, etwa ob es gelb wird
- Nabel und Nabelpflege
- Temperatur, Atmung, allgemeiner Eindruck
Für euch als Familie:
- Anleitung beim Stillen oder bei der Flaschennahrung
- Baden, Wickeln, Tragen, Schlafen
- sicherer Schlafplatz
- Zeit für Fragen und zum Erzählen der Geburt
Was die Hebamme für die Betreuung braucht, bringt sie mit, die Kosten dafür sind über Materialpauschalen abgedeckt. Am Ende bestätigst du ihr den Besuch mit deiner Unterschrift auf der Versichertenbestätigung.
Zeitleiste: Tag 1 bis Woche 12
Die folgende Übersicht zeigt, was in welcher Phase typisch ist. Jedes Wochenbett verläuft anders, deine Hebamme passt die Besuche an dich an.
Tag 1 bis 3: Ankommen
Nach einer Klinikgeburt kommt die Hebamme meist am Tag der Entlassung oder am Tag danach zum ersten Mal. Nach einer Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt ist sie gleich in den ersten Stunden und Tagen da. Für diese ersten Tage und den ersten Besuch sieht der Vertrag längere Hausbesuche von bis zu 120 Minuten vor.
Jetzt geht es vor allem ums Ankommen: Wie geht es dir nach der Geburt? Wie klappt das Trinken? Wie viel Gewicht hat das Baby verloren? Wenn das Baby früh nach Hause gekommen ist, kann die Hebamme Untersuchungen übernehmen, die sonst in der Klinik stattfinden. Dazu gehören die Blutentnahme für das Neugeborenen-Screening, die laut Kinder-Richtlinie nicht vor der 36. und nicht nach der 72. Lebensstunde erfolgen soll, und das Pulsoxymetrie-Screening auf Herzfehler. Es ist für den 2. Lebenstag vorgesehen (24. bis 48. Lebensstunde), nach einer ambulanten Geburt ausnahmsweise auch früher, spätestens bis zur U2. Nach einer Geburt außerhalb der Klinik ist die Hebamme, die die Geburt geleitet hat, für dieses Screening verantwortlich. Beides kann die Hebamme nach dem Hebammenhilfevertrag abrechnen.
Tag 4 bis 10: Die intensivste Zeit
In diesen Tagen kommt die Hebamme oft täglich, bei Bedarf auch zweimal. Die Milchbildung kommt in Gang, viele Babys nehmen wieder zu, bei manchen wird die Haut gelblich. Viele Frauen erleben in den ersten Tagen nach der Geburt Stimmungsschwankungen, den sogenannten Baby-Blues. Er vergeht laut familienplanung.de meist nach einigen Stunden oder Tagen. Hält die Traurigkeit länger als ein bis zwei Wochen an, sprich mit deiner Hebamme.
Die Hebamme kann Fäden der Dammnaht ziehen oder Fäden und Klammern der Kaiserschnittnaht entfernen. Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag steht außerdem die U2 an, die Früherkennungsuntersuchung bei der Kinderärztin. Manchmal findet sie noch in der Klinik statt. Mehr dazu im Artikel U-Untersuchungen beim Baby.
Tag 11 bis Woche 6: Mehr Routine
Ab dem 11. Lebenstag beginnt das späte Wochenbett. Die Besuche werden meist seltener, wie oft, hängt von deinem Bedarf ab. Der Vertrag sieht dafür bis zu 16 Kontakttage bis zum Ende der 12. Lebenswoche vor. Statt eines Hausbesuchs kann ein Kontakt jetzt auch in der Praxis der Hebamme oder per Video stattfinden. Dazu kommen telefonische Kurzberatungen.
Themen sind jetzt oft Stillrhythmus, Schlaf, Weinen, Tragen und wie du selbst wieder zu Kräften kommst. In der 4. bis 5. Lebenswoche steht die U3 bei der Kinderärztin an.
Woche 6 bis 12: Ausklingen
Gegen Ende des Wochenbetts geht es um Abschluss und Übergang. Die Mutterschafts-Richtlinien sehen eine Nachuntersuchung bei deiner Frauenärztin etwa sechs, spätestens acht Wochen nach der Geburt vor. Wann du mit einem Rückbildungskurs beginnst, besprichst du mit deiner Hebamme, nach einem Kaiserschnitt meist etwas später. Die Kasse zahlt bis zu zehn Stunden in der Gruppe, abgeschlossen bis zum Ende des 9. Monats nach der Geburt.
Die Wochenbettbetreuung endet mit der 12. Lebenswoche. Wenn es beim Stillen oder bei der Ernährung hakt, kann die Hebamme danach weiter helfen.
Ab Woche 13: Hilfe beim Stillen
Ab der 13. Lebenswoche gibt es bei Still- und Ernährungsschwierigkeiten bis zu acht weitere Kontakttage von bis zu 45 Minuten, bis zum Ende der Abstillphase. Bei Ernährungsproblemen des Babys, auch mit Flaschennahrung, gilt das bis zum Ende des 9. Lebensmonats. Sprich deine Hebamme rechtzeitig darauf an.
So bereitest du die Besuche vor
- Telefonnummer der Hebamme im Handy und auf dem Kühlschrank
- Mutterpass und gelbes Kinderuntersuchungsheft bereitlegen
- einen warmen Platz zum Ausziehen und Wiegen des Babys
- Fragen zwischen den Besuchen auf einem Zettel oder im Handy sammeln
- bei Bedarf notieren, wann und wie lange das Baby trinkt und wie viele nasse Windeln es hat
- Besuch von Freunden und Familie so planen, dass ihr bei der Hebamme ungestört seid
Aufräumen oder Kaffee kochen musst du nicht. Die Hebamme kommt für dich und dein Baby, nicht für die Wohnung.
Was nicht in die Wochenbettbetreuung gehört
- Ärztliche Untersuchungen: U2 und U3 macht die Kinderärztin, die Nachuntersuchung deine Frauenärztin.
- Rezeptfreie Mittel für dich: Die Hebamme kann nicht verschreibungspflichtige Mittel für die Mutter nicht mehr über die Kasse abrechnen. Wenn sie dir etwas empfiehlt, zahlst du es meist selbst.
- Haushaltshilfe: Dafür gibt es eine eigene Kassenleistung mit ärztlicher Bescheinigung.
Warnzeichen zwischen den Besuchen
Sofort Hilfe holen:
- Sehr starke Blutung (eine Binde ist über mehr als zwei Stunden jede Stunde durchgeblutet) oder große Blutklumpen: Ruf 112 oder fahr in die Klinik.
- Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht: Ruf 112.
- Fieber ab 38 °C, übel riechender Wochenfluss, harte, gerötete und schmerzhafte Stelle an der Brust, zunehmende Schmerzen an Naht oder Narbe: deine Hebamme anrufen und noch am selben Tag ärztlich abklären, außerhalb der Sprechzeiten Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.
- Gedanken, dir oder deinem Kind etwas anzutun: Ruf 112 oder die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111.
- Dein Baby hat 38 °C oder mehr, trinkt nicht, ist sehr schlapp oder atmet schwer: Kinderärztliche Praxis oder Notaufnahme, bei Atemnot 112.
Mehr zu einzelnen Warnzeichen findest du in den Artikeln zu Wochenfluss und Wochenbettdepression. Einen Überblick über die ganze Zeit nach der Geburt gibt der Artikel Wochenbett: Was in den ersten Wochen passiert.
Gut zu wissen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Jede Hebamme arbeitet etwas anders, und jedes Wochenbett verläuft anders. Sag offen, was du brauchst.
Wenn du noch keine Hebamme für das Wochenbett hast, lies unseren Artikel Nachsorgehebamme und den Leitfaden Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen. Hebamme in deiner Nähe finden
Häufige Fragen
Wie oft kommt die Hebamme im Wochenbett?
Das richtet sich nach deinem Bedarf. Bis zum 10. Lebenstag zahlt die Kasse bis zu 20 Kontakte, bis zu zwei am Tag. Vom 11. Lebenstag bis zum Ende der 12. Lebenswoche sind es bis zu 16 Kontakttage. Viele Hebammen kommen in den ersten Tagen täglich und danach seltener.
Wie lange dauert ein Hausbesuch der Hebamme?
Im frühen Wochenbett zahlt die Kasse bis zu 90 Minuten pro Hausbesuch, in den ersten drei Lebenstagen und beim ersten Besuch bis zu 120 Minuten. Im späten Wochenbett sind es bis zu 60 Minuten. Wie lange ein Besuch tatsächlich dauert, hängt davon ab, was gerade ansteht.
Was muss ich für den Besuch der Hebamme vorbereiten?
Eigentlich nichts Besonderes. Hilfreich sind ein warmer Platz zum Ausziehen des Babys, Mutterpass, gelbes Kinderuntersuchungsheft und ein Zettel mit deinen Fragen. Aufräumen musst du nicht.
Kann die Hebamme auch nach der 12. Woche noch kommen?
Ja, bei Still- oder Ernährungsproblemen. Dafür gibt es ab der 13. Lebenswoche bis zu acht weitere Kontakttage bis zum Ende der Stillzeit, bei Ernährungsproblemen des Babys bis zum Ende des 9. Lebensmonats. Darüber hinaus sind weitere Kontakte mit ärztlicher Anordnung möglich.
Muss ich bei jedem Besuch etwas unterschreiben?
Ja, du bestätigst der Hebamme die erbrachten Leistungen auf einer Versichertenbestätigung. Damit rechnet sie mit deiner Kasse ab. Bei Videokontakten geht das inzwischen auch digital.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V (Fassung ab 01.04.2026)
- GKV-Spitzenverband und Hebammenverbände: Gemeinsame FAQ zum Hebammenhilfevertrag (Stand 03.06.2026)
- § 24d SGB V: Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
- G-BA: Kinder-Richtlinie (Früherkennungsuntersuchungen, Neugeborenen-Screening, Pulsoxymetrie)
- G-BA: Mutterschafts-Richtlinien
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten): Nach der Geburt, wann Sie den Arzt anrufen sollten
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Arztbesuch zwingend
- familienplanung.de (BIÖG): Baby-Blues