Wochenfluss: Dauer, Farbe und Warnzeichen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.
Kurz gesagt: Der Wochenfluss ist das Wundsekret, mit dem die Wunde in der Gebärmutter nach der Geburt abheilt. Er ist in den ersten Tagen blutig und oft stärker als eine Regelblutung, wird dann bräunlich, gelblich und weißlich und hört im Schnitt nach etwa sechs Wochen auf. Warnzeichen sind Fieber ab 38 Grad, ein unangenehmer Geruch, starke Unterbauchschmerzen, ein plötzliches Versiegen mit Beschwerden und eine Blutung, die wieder stark wird. Bei sehr starker Blutung rufst du 112.
Wie viel Blut ist normal? Warum wird es plötzlich wieder mehr? Fragen zum Wochenfluss gehören zu den häufigsten im Wochenbett. Hier findest du, was normal ist, was dir hilft und wann du nicht abwarten solltest.
Was ist der Wochenfluss?
Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter zusammen, die Plazenta löst sich, und an ihrer Stelle bleibt eine Wundfläche. Während sie heilt, fließt Wundsekret aus der Scheide ab: der Wochenfluss, in der Fachsprache Lochien. Er enthält anfangs vor allem Blut, später Lymphflüssigkeit, Gewebereste und Bakterien (familienplanung.de).
Gesunder Wochenfluss enthält keine Krankheitskeime, wie man früher dachte. Gute Hygiene ist trotzdem wichtig, vor allem damit Geburtsverletzungen trocken bleiben und gut heilen.
So verändert sich der Wochenfluss
| Zeitraum | Wie er meist aussieht |
|---|---|
| erste Tage | blutig, rot, oft stärker als eine Regelblutung |
| folgende Tage | blutig bis blutig-wässrig, Gewebereste kommen dazu |
| ab der zweiten Woche | schwächer, bräunlich, später gelblich |
| ab der dritten bis vierten Woche | weißlich |
| nach etwa sechs Wochen | hört meist ganz auf |
So beschreibt es familienplanung.de. Aussehen, Menge und Dauer sind von Frau zu Frau verschieden. Die Oberhavel Kliniken nennen zum Beispiel drei bis vier Wochen als üblichen Verlauf. Beides kann normal sein.
Nach einem Kaiserschnitt ist der Wochenfluss oft kürzer und schwächer (Oberhavel Kliniken). Mehr zur Erholung nach der Operation steht im Artikel Wochenbett nach Kaiserschnitt.
Stillen fördert den Wochenfluss. Beim Stillen wird Oxytozin ausgeschüttet, das Nachwehen auslöst. Die Gebärmutter zieht sich zusammen und stößt den Wochenfluss aus. Deshalb kann es beim Anlegen kurz stärker bluten. Das ist normal.
Normal oder nicht? Ein schneller Überblick
| Beobachtung | Einschätzung |
|---|---|
| in den ersten Tagen stärker als eine Regelblutung | normal |
| beim Stillen oder nach dem Aufstehen kurz mehr | meist normal |
| Farbe wechselt von rot über braun und gelb zu weißlich | normal |
| neutraler Geruch, ähnlich wie Menstruationsblut | normal |
| riecht plötzlich unangenehm oder faulig | Hebamme oder Ärztin informieren |
| Fieber ab 38 Grad dazu | ärztlich abklären, noch am selben Tag |
| hört plötzlich auf, du fühlst dich krank | Hebamme oder Ärztin informieren |
| wird wieder hellrot und kräftig, große Klumpen | ärztlich abklären, bei sehr starker Blutung 112 |
Hygiene im Wochenbett
- Vorlagen statt Tampons: Solange der Wochenfluss läuft, raten Kliniken zu Binden oder Wochenbetteinlagen. Tampons können das Infektionsrisiko erhöhen (Sana-Klinikum Wismar).
- Oft wechseln: Vorlagen möglichst häufig tauschen, auch damit Dammnaht oder Risse trocken bleiben.
- Abspülen statt reiben: Nach dem Toilettengang den Intimbereich mit klarem, warmem Wasser abspülen, zum Beispiel aus einer Kanne oder mit dem Bidet, dann vorsichtig trocken tupfen (familienplanung.de).
- Hände waschen: vor und nach dem Wechseln der Vorlage und vor dem Stillen.
- Duschen ja, baden nein: Kliniken raten, bis zum Ende des Wochenflusses nicht zu baden und nicht ins Schwimmbad oder die Sauna zu gehen.
- Blase und Darm regelmäßig entleeren: Das hilft der Gebärmutter, sich zusammenzuziehen.
Auch mit Schwimmen und belastendem Sport wartest du am besten, bis der Wochenfluss aufgehört hat, meist etwa sechs Wochen (familienplanung.de).
Was deine Hebamme prüft
Bei jedem Wochenbettbesuch fragt die Hebamme nach Menge und Geruch des Wochenflusses und tastet, wie weit sich die Gebärmutter zurückgebildet hat. So kann sie eine Entzündung oder einen Stau früh erkennen (familienplanung.de). Notier dir ruhig, was dir auffällt, etwa wann es stärker wurde. Wie die Besuche ablaufen, steht im Artikel Wochenbettbetreuung.
Warnzeichen: Wann der Wochenfluss nicht normal ist
Unangenehmer Geruch und Fieber
Riecht der Wochenfluss plötzlich unangenehm, sollst du Hebamme oder Ärztin informieren (familienplanung.de). Kommt Fieber ab 38 Grad dazu, vielleicht auch Übelkeit, ist eine Gebärmutterentzündung (Endometritis, früher Kindbettfieber) möglich. Sie ist die häufigste Ursache für Fieber im Wochenbett und muss immer ärztlich behandelt werden, weil sonst schwere Verläufe bis zur Blutvergiftung drohen.
Wochenfluss hört plötzlich auf
Der Wochenfluss sollte nicht abrupt aufhören (Oberhavel Kliniken). Wenn er plötzlich versiegt, kann sich das Sekret in der Gebärmutter stauen (Wochenflussstau). Bekommst du dazu Unterbauchschmerzen oder Fieber oder fühlst du dich krank, melde dich noch am selben Tag bei deiner Hebamme oder Ärztin.
Blutung wird wieder stark
In den ersten Wochen kann es nach viel Bewegung kurz stärker bluten. Wird die Blutung aber wieder hellrot und kräftig, kommen große Klumpen ab oder bleibt sie stark, kann zum Beispiel ein Rest der Plazenta in der Gebärmutter geblieben sein. Das muss ärztlich abgeklärt werden. Reste der Plazenta in der Gebärmutter können Blutungen verursachen und müssen dann entfernt werden (familienplanung.de).
Starke Schmerzen im Unterbauch
Nachwehen sind normal, vor allem beim Stillen. Starke oder anhaltende Schmerzen im Unterleib solltest du mit deiner Hebamme oder Ärztin besprechen.
Sofort Hilfe holen:
- Plötzliche, sehr starke Blutung, oder eine Blutung mit Schwindel, Schwächegefühl oder Herzrasen: ruf 112. Bei Blutklumpen oder einer Blutung, die wieder stärker wird, meldest du dich noch am selben Tag bei Hebamme oder Ärztin.
- Fieber ab 38 Grad mit übel riechendem Wochenfluss oder Unterbauchschmerzen: noch heute ärztlich abklären. Außerhalb der Sprechzeiten ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 oder Notaufnahme der Geburtsklinik.
- Wochenfluss stoppt plötzlich und du fühlst dich krank, hast Fieber oder Schmerzen: Hebamme oder Ärztin anrufen.
Weitere Warnzeichen nach der Geburt, auch für die Seele, findest du im Überblick Wochenbett und im Artikel Wochenbettdepression. Wenn du noch schwanger bist und blutest, lies den Artikel Warnzeichen in der Schwangerschaft.
Und danach?
Wenn der Wochenfluss versiegt ist, ist die Wunde in der Gebärmutter weitgehend verheilt. Mit Sex wartest du am besten mindestens so lange, wegen der Infektionsgefahr. Die erste Periode kommt bei nicht stillenden Frauen meist innerhalb von drei Monaten, bei vollem Stillen oft später. Verhütung ist trotzdem schon früher Thema: Wer nicht oder nur teilweise stillt, sollte etwa drei Wochen nach der Geburt wieder verhüten (familienplanung.de).
Gut zu wissen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Wenn du unsicher bist, ob dein Wochenfluss normal ist, frag nach. Ein kurzer Anruf ist besser als langes Grübeln.
Am einfachsten ist es, wenn eine Hebamme regelmäßig zu dir nach Hause kommt und den Verlauf kennt. Wie du eine findest, steht im Ratgeber Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben: Hebamme in deiner Nähe finden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Wochenfluss?
Im Durchschnitt etwa sechs Wochen, er kann aber auch kürzer oder länger anhalten. Manche Kliniken nennen drei bis vier Wochen. Nach einem Kaiserschnitt ist er oft schwächer und kürzer.
Ist es normal, dass der Wochenfluss wieder stärker wird?
Ein kurzes Stärkerwerden, etwa nach viel Bewegung oder beim Stillen, kommt vor. Wird die Blutung aber wieder hellrot und kräftig, kommen große Klumpen ab oder hast du dazu Schmerzen oder Fieber, meldest du dich bei Hebamme oder Ärztin. Bei sehr starker Blutung ruf 112.
Wie riecht normaler Wochenfluss?
Eher neutral, ähnlich wie Menstruationsblut. Riecht er plötzlich unangenehm oder faulig, kann das auf eine Entzündung der Gebärmutter hinweisen. Informiere dann deine Hebamme oder Ärztin, besonders wenn Fieber oder Unterbauchschmerzen dazukommen.
Darf ich während des Wochenflusses Tampons benutzen oder baden?
Kliniken raten, solange der Wochenfluss läuft, nur Binden oder Vorlagen zu verwenden und keine Tampons. Duschen ist gut, auf Baden, Schwimmbad und Sauna solltest du bis zum Ende des Wochenflusses verzichten.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG): Wochenfluss
- familienplanung.de (BIÖG): Fieber im Wochenbett
- familienplanung.de (BIÖG): Gebärmutter-Rückbildung
- Oberhavel Kliniken: Informationen zum Wochenbett (2025)
- Sana Hanse-Klinikum Wismar: Broschüre Wochenbett (2025)
- familienplanung.de (BIÖG): Sport und Bewegung im Wochenbett
- familienplanung.de (BIÖG): Menstruation nach der Geburt
- familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt? (Nachgeburtsphase)
- NHS: Early days, postnatal bleeding (wann der Notruf nötig ist)