Warnzeichen Schwangerschaft: Wann sofort Hilfe nötig ist
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.
Kurz gesagt: Fahr sofort in den Kreißsaal oder ruf die 112 bei Blutungen, Fruchtwasserabgang, regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche, deutlich weniger Kindsbewegungen, starken Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen ab der zweiten Schwangerschaftshälfte, plötzlicher starker Schwellung im Gesicht, hohem Fieber, Krampfanfall oder Atemnot. Starker Juckreiz an Händen und Füßen gehört noch am selben Tag ärztlich abgeklärt. Lieber einmal zu oft fahren als einmal zu spät.
Die meisten Beschwerden in der Schwangerschaft sind harmlos. Einige Zeichen aber können bedeuten, dass du oder dein Baby schnell Hilfe brauchen. Dieser Artikel ist bewusst kurz und klar gehalten. Speicher ihn ab oder mach einen Screenshot der Übersicht, damit du ihn findest, wenn du ihn brauchst.
Die Übersicht: Was tun bei welchem Zeichen?
Sofort Hilfe holen: Ruf die 112 bei starker Blutung, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Atemnot, starken Brustschmerzen, wenn die Nabelschnur sichtbar ist oder wenn du dich akut in Gefahr fühlst. In allen anderen Fällen dieser Liste: Fahr in den Kreißsaal deiner Geburtsklinik, ruf möglichst vorher kurz an. Fahr nicht selbst, wenn du blutest, Wehen hast oder dir schwindelig ist.
| Zeichen | Was du tust |
|---|---|
| Blutung so stark wie eine Periode oder stärker, oder mit Bauchschmerzen, Schwindel, Kreislaufproblemen | sofort Kreißsaal, bei starker Blutung 112 |
| leichte Blutung oder Schmierblutung | noch am selben Tag Praxis oder Hebamme, nachts Kreißsaal |
| Fruchtwasserabgang, vor allem vor der 37. Woche oder grünlich, braun, blutig | sofort Kreißsaal |
| regelmäßige Wehen oder Kreuzschmerzen in Wellen vor der 37. Woche | sofort Kreißsaal |
| deutlich weniger oder andere Kindsbewegungen | am selben Tag Kreißsaal, nicht bis morgen warten |
| starke Kopfschmerzen, Augenflimmern, verschwommenes Sehen | sofort Kreißsaal |
| starke Schmerzen im Oberbauch oder unter dem rechten Rippenbogen, oft mit Übelkeit | sofort Kreißsaal |
| plötzliche starke Schwellung von Gesicht und Händen | am selben Tag ärztlich, mit Kopfschmerz oder Sehstörung sofort Kreißsaal |
| Fieber ab 38 Grad, Schüttelfrost | am selben Tag ärztlich, nachts Bereitschaftsdienst 116 117 oder Kreißsaal |
| starker Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen ohne Ausschlag | am selben Tag ärztlich abklären |
| Erbrechen, bei dem nichts mehr drin bleibt | am selben Tag ärztlich |
| starker Bauchschmerz, harter Bauch, der nicht weich wird | sofort Kreißsaal oder 112 |
Die Zeichen im Einzelnen
Blutungen
Im ersten Drittel haben Blutungen laut familienplanung.de oft eine harmlose Ursache. Trotzdem gehört jede Blutung abgeklärt, auch eine Schmierblutung. Im zweiten und dritten Drittel sind Blutungen „fast immer ernst“, häufig steckt die Plazenta dahinter.
Sofort in die Geburtsklinik solltest du laut familienplanung.de, wenn die Blutung so stark ist wie deine Periode oder stärker, wenn du gleichzeitig starke Unterleibsschmerzen hast, wenn dir schwindelig wird oder schwarz vor Augen, oder wenn zusätzlich Fruchtwasser abgeht.
In den ersten Wochen können plötzliche, oft einseitige Unterbauchschmerzen, häufig mit einer leichten Blutung, auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Laut familienplanung.de brauchst du dann sehr schnell ärztliche Hilfe. Bei sehr starken Schmerzen, Schmerzen in der Schulter, Schwindel oder Kreislaufproblemen ruf die 112.
Fruchtwasserabgang
Fruchtwasser ist meist klar oder leicht milchig. Es kann im Schwall abgehen oder ständig in kleinen Mengen tröpfeln. Ein vorzeitiger Blasensprung vor der 37. Woche muss sofort in der Klinik abgeklärt werden. Auch am Termin solltest du dich nach einem Blasensprung in der Klinik oder bei deiner Hebamme melden.
Laut familienplanung.de fährst du nach einem Blasensprung zügig, aber ruhig in die Klinik, liegend transportiert werden musst du in aller Regel nicht. Hat dir deine Ärztin oder Hebamme gesagt, dass der Kopf noch nicht fest im Becken liegt, oder liegt dein Baby in Beckenendlage, frag schon vorher, wie du dich bei einem Blasensprung verhalten sollst. Im Zweifel ruf die 112. Siehst oder spürst du die Nabelschnur, ist das ein Notfall: 112.
Vorzeitige Wehen
Regelmäßige, schmerzhafte Wehen vor der 37. Woche, ein Ziehen im Kreuz in Wellen, Druck nach unten oder ein Bauch, der immer wieder hart wird und sich in Ruhe nicht beruhigt, können Zeichen einer drohenden Frühgeburt sein. Die Mutterschafts-Richtlinie zählt die drohende Frühgeburt zu den Befunden mit besonderem Überwachungsbedarf. Fahr in den Kreißsaal.
Gelegentliches Hartwerden des Bauches ohne Schmerzen ist meist harmlos. Sprich es bei der nächsten Vorsorge an. Wie echte Geburtswehen sich anfühlen, steht im Artikel Anzeichen der Geburt.
Weniger Kindsbewegungen
Die ersten Bewegungen spüren viele Frauen etwa zwischen der 18. und 20. Woche, manche etwas später. Später lernst du das Muster deines Babys kennen. Laut einer Patienteninformation des britischen Gesundheitsdienstes NHS bleiben die Bewegungen ab etwa der 32. Woche bis zur Geburt ungefähr gleich häufig. Die Bewegungen können sich gegen Ende anders anfühlen, sie sollten aber nicht deutlich seltener werden.
Wenn dein Baby sich deutlich weniger oder schwächer bewegt als sonst, warte nicht bis zum nächsten Tag. Ruf im Kreißsaal an und fahr hin, dort wird in der Regel ein CTG geschrieben. Das gilt laut der NHS-Patienteninformation auch, wenn du schon am selben Tag untersucht wurdest. Verlass dich nicht auf Geräte zum Abhören zu Hause: Herztöne zu hören heißt nicht, dass alles in Ordnung ist.
Präeklampsie und HELLP-Syndrom
Die Präeklampsie ist eine Erkrankung der zweiten Schwangerschaftshälfte mit erhöhtem Blutdruck und Beteiligung von Organen. Die AWMF-Leitlinie von 2024 empfiehlt, jede Schwangere darauf zu screenen. Warnzeichen sind:
- starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen, vor allem nach der 20. Woche,
- Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze, verschwommenes Sehen,
- Schmerzen im Oberbauch oder unter dem rechten Rippenbogen, Übelkeit, Erbrechen,
- plötzliche, starke Schwellungen, auch im Gesicht, oft mit rascher Gewichtszunahme,
- Unruhe, Verwirrtheit.
familienplanung.de rät bei Kopfschmerzen nach der 20. Woche immer zur zeitnahen Abklärung, bei verschwommenem Sehen spricht die Seite von einem Alarmzeichen. Misst du zu Hause Blutdruck und sind die Werte deutlich höher als sonst oder als mit deiner Ärztin besprochen, melde dich ebenfalls sofort im Kreißsaal. Die Erkrankung kann auch in den ersten Tagen nach der Geburt auftreten.
Juckreiz an Händen und Füßen
Starker Juckreiz ohne Ausschlag, vor allem an Handflächen und Fußsohlen und oft nachts schlimmer, kann auf eine Schwangerschaftscholestase hinweisen, eine Lebererkrankung in der Schwangerschaft, bei der die Galle nicht richtig abfließt. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät bei juckenden Handflächen oder Fußsohlen zu dringender Abklärung. Lass das noch am selben Tag ärztlich abklären.
Fieber und Infektionen
Fieber ab 38 Grad, Schüttelfrost, Brennen beim Wasserlassen mit Flankenschmerzen oder übel riechender Ausfluss sollten am selben Tag ärztlich angeschaut werden. Die Mutterschafts-Richtlinie nennt eine Nierenbeckenentzündung als Befund mit besonderem Überwachungsbedarf. Nachts und am Wochenende erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, bei Bauchschmerzen oder Wehen fahr direkt in den Kreißsaal.
Seelische Notlage
Auch die Seele kann ein Warnzeichen senden. Wenn du Gedanken hast, dir oder deinem Baby etwas anzutun, oder dich vollkommen hoffnungslos fühlst, ruf die 112. Rund um die Uhr erreichbar sind auch die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 und das Hilfetelefon Schwangere in Not unter 0800 40 40 020. Nach der Geburt gilt das ebenso, mehr dazu im Artikel Wochenbettdepression.
So bereitest du dich vor
- Nummer des Kreißsaals deiner Geburtsklinik im Handy speichern
- Mutterpass immer dabeihaben
- Mit Partnerin, Partner oder einer Vertrauensperson besprechen, wer dich fährt
- Klären, wer sich um ältere Kinder kümmert, wenn es schnell gehen muss
- Diese Seite speichern
Wenn du im Kreißsaal ankommst und alles in Ordnung ist: Gut so. Niemand dort hält dich für übervorsichtig. Genau dafür ist er da.
Nach der Geburt
Auch im Wochenbett gibt es Zeichen, bei denen du schnell Hilfe brauchst, etwa sehr starke Blutungen oder Fieber. Sie stehen im Artikel Wochenfluss. Gelbe Haut beim Baby in den ersten Tagen ist oft harmlos, aber nicht immer. Mehr dazu im Artikel Neugeborenengelbsucht.
Gut zu wissen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin und keine ärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ob ein Zeichen ernst ist, hol dir Hilfe. Stand: November 2026.
Eine Hebamme, die dich kennt, kann viele Fragen schon am Telefon einordnen und dich rechtzeitig weiterschicken. Den Überblick über die Schwangerschaft findest du unter Schwanger, was tun?, Tipps zur Suche unter Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe noch Zeit haben: Hebamme in deiner Nähe finden.
Häufige Fragen
Wann muss ich in der Schwangerschaft sofort ins Krankenhaus?
Bei einer Blutung so stark wie eine Periode oder mit Schmerzen, bei Fruchtwasserabgang, bei regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche, wenn dein Baby sich deutlich weniger bewegt, bei starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen, bei Krampfanfall, Atemnot oder Bewusstlosigkeit. Bei akuter Gefahr ruf die 112.
Muss ich mich anmelden, bevor ich in den Kreißsaal fahre?
Wenn Zeit ist, ruf kurz im Kreißsaal an und sag, dass du kommst. Das ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Ein Kreißsaal ist rund um die Uhr für Schwangere da, auch wenn sich am Ende herausstellt, dass alles in Ordnung ist.
Ist es übertrieben, wegen weniger Kindsbewegungen in die Klinik zu fahren?
Nein. Wenn sich dein Baby deutlich weniger oder anders bewegt als sonst, lass das am selben Tag kontrollieren, auch wenn du schon an diesem Tag untersucht wurdest. Warte nicht bis zum nächsten Morgen und verlass dich nicht auf Heimgeräte zum Abhören.
Woran erkenne ich, ob Fruchtwasser abgeht?
Fruchtwasser ist meist klar und dünnflüssig, es kann im Schwall kommen oder ständig tröpfeln, und es riecht nicht nach Urin. Im Zweifel fahr in den Kreißsaal, dort lässt sich das schnell prüfen. Ist das Wasser grün, braun oder blutig, fahr sofort.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG): Blutungen und Zwischenblutungen in der Schwangerschaft
- familienplanung.de (BIÖG): Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
- familienplanung.de (BIÖG): Ödeme in der Schwangerschaft
- AWMF S2k-Leitlinie 015-018: Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft, Diagnostik und Therapie (Juli 2024)
- G-BA: Mutterschafts-Richtlinie (geändert 16.07.2026), § 3 Schwangerschaften mit besonderem Überwachungsbedarf
- Walsall Healthcare NHS Trust: Verminderte Kindsbewegungen (Patienteninformation auf Deutsch, 2026)
- familienplanung.de (BIÖG): Eileiterschwangerschaft (Extrauterin-Gravidität)
- familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt? (Blasensprung)
- NHS: Itching and intrahepatic cholestasis of pregnancy