Schwangerschaft

Schwangerschaftsbeschwerden: Was hilft, wann zur Ärztin

Aktualisiert am 5. November 20267 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Die meisten Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen, Rückenschmerzen, Verstopfung oder geschwollene Füße sind unangenehm, aber harmlos. Oft helfen einfache Veränderungen im Alltag. Ärztlich abklären lassen solltest du Beschwerden, die plötzlich und stark auftreten, nach der 20. Woche mit Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schwellungen im Gesicht einhergehen, oder wenn du kaum noch essen und trinken kannst. Deine Hebamme darf dich bei Beschwerden so oft betreuen, wie nötig.

Dein Körper leistet gerade enorm viel. Hormone, mehr Blutvolumen und ein wachsender Bauch verändern fast alles: Verdauung, Kreislauf, Haltung, Schlaf. Hier findest du, was vielen Frauen guttut, wann du Hilfe holen solltest und warum du mit deinen Beschwerden nicht allein bleiben musst.

Sofort Hilfe holen: Fahr in den Kreißsaal oder ruf die 112 bei Blutungen, Fruchtwasserabgang, regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche, deutlich weniger Kindsbewegungen, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen, starken Schmerzen im Oberbauch, hohem Fieber oder plötzlicher starker Schwellung von Gesicht und Händen. Alle Warnzeichen mit klarer Handlung: Warnzeichen in der Schwangerschaft.

Bevor du etwas einnimmst

Ein Grundsatz vorab: Nimm keine Medikamente ein, auch keine pflanzlichen Mittel, ohne Rücksprache mit Ärztin, Hebamme oder Apotheke. familienplanung.de nennt das ausdrücklich „tabu“. Viele Mittel sind in der Schwangerschaft gut möglich, aber nicht alle, und nicht in jeder Woche.

Eine gute Nachricht: Arzneimittel, die dir wegen Schwangerschaftsbeschwerden verordnet werden, sind zuzahlungsfrei. Das steht in der Mutterschafts-Richtlinie (§ 8).

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit gehört vor allem im ersten Drittel zu den häufigsten Beschwerden. Bei vielen lässt sie im zweiten Drittel nach.

Was laut familienplanung.de vielen hilft:

  • regelmäßig kleine Portionen essen, einen Snack schon morgens am Bett bereithalten,
  • sehr fettige, süße oder stark gewürzte Speisen meiden,
  • Gerüche, die dir übel machen, herausfinden und meiden,
  • Ingwer kann bei manchen die Übelkeit lindern, nicht aber das Erbrechen.

Vorsicht ist bei Mitteln aus alternativen Heilmethoden geboten, viele sind nicht auf Sicherheit geprüft. Ob Medikamente gegen Übelkeit für dich infrage kommen, kläre ärztlich.

Ärztlich abklären solltest du, wenn du mehr als fünfmal am Tag erbrichst, deutlich abnimmst (mehr als fünf Prozent des Körpergewichts) oder kaum noch essen oder trinken kannst. Das kann eine Hyperemesis gravidarum sein, eine schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit. Sie ist behandelbar und hat nichts mit Zimperlichkeit zu tun. Kannst du gar nichts mehr bei dir behalten, wird dir schwindelig oder ist dein Urin sehr dunkel, geh noch am selben Tag zur Ärztin oder nachts in die Notaufnahme. Das können Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein.

Sodbrennen

Das Schwangerschaftshormon Progesteron lockert den Muskel zwischen Speiseröhre und Magen, später drückt der Bauch zusätzlich. gesund.bund.de nennt mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag, langsames Essen, keine Mahlzeit direkt vor dem Hinlegen und einen leicht erhöhten Oberkörper beim Schlafen als Tipps, die vielen Frauen guttun.

Wichtig: Starke Schmerzen im Oberbauch, vor allem rechts oder in der Magengegend, in der zweiten Schwangerschaftshälfte sind kein Sodbrennen, bis das Gegenteil feststeht. Sie können ein Zeichen eines HELLP-Syndroms sein. Fahr dann in den Kreißsaal.

Verstopfung, Blähungen, Hämorrhoiden

Die Hormone verlangsamen die Verdauung. Was laut familienplanung.de helfen kann:

  • ausreichend trinken, eher ohne Kohlensäure,
  • regelmäßige Bewegung,
  • Vollkorn, Obst und Gemüse, gründlich kauen,
  • eingeweichte Trockenfrüchte, Leinsamen oder Flohsamenschalen in Maßen und mit viel Flüssigkeit.

Eisenpräparate können die Verdauung bremsen. Sprich mit deiner Ärztin, wenn das bei dir so ist. Abführmittel und Einläufe bitte nicht auf eigene Faust, Einläufe können Wehen auslösen. Starkes Pressen begünstigt Hämorrhoiden. Bei Blut im Stuhl oder starken Schmerzen lass dich untersuchen.

Rückenschmerzen und Beckenschmerzen

Das Gewicht des Bauches und gelockerte Bänder belasten Rücken und Becken. Auch die Schambeinfuge (Symphyse) lockert sich, was Schmerzen bis in die Beine verursachen kann.

Viele Frauen empfinden schonende Bewegung wie Schwimmen, Wassergymnastik oder Walking, Wärme und flache, bequeme Schuhe als wohltuend, so auch die Tipps auf gesund.bund.de. Deine Hebamme kann dir Übungen und Entlastungshaltungen zeigen. Starke Schmerzen am Schambein lass ärztlich abklären.

Ärztlich abklären lassen: Rückenschmerzen mit Fieber oder Brennen beim Wasserlassen (Nierenbecken), rhythmisch wiederkehrende Kreuzschmerzen vor der 37. Woche (mögliche Wehen) und Schmerzen, die dich am Gehen hindern.

Wassereinlagerungen

Geschwollene Füße und Beine sind gegen Ende der Schwangerschaft sehr häufig, vor allem abends und bei Wärme. Harmlose Ödeme müssen nicht behandelt werden. Laut familienplanung.de kann helfen:

  • Beine hochlegen,
  • langes Stehen und Sitzen vermeiden, die Beine nicht übereinanderschlagen,
  • weite, nicht einschnürende Kleidung,
  • Schwimmen oder Zeit im Wasser,
  • normal salzen: Eine salzarme Kost kann die Beschwerden sogar verstärken.

Ärztlich abklären solltest du Schwellungen, die plötzlich auftreten, stark sind oder sich am ganzen Körper zeigen, auch im Gesicht, oft mit schneller Gewichtszunahme. Dahinter kann eine Präeklampsie stecken.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können durch Stress, Schlafmangel oder zu wenig Trinken entstehen. Ausreichend Schlaf, Bewegung, regelmäßiges Essen und Trinken helfen vielen.

familienplanung.de rät zur sofortigen ärztlichen Abklärung, wenn

  • du nach der 20. Woche Kopfschmerzen hast, damit eine Präeklampsie ausgeschlossen wird,
  • die Schmerzen plötzlich, sehr stark oder anders als sonst sind,
  • Schmerzmittel nicht helfen,
  • du verschwommen siehst, verwirrt bist oder einen steifen Nacken hast.

Müdigkeit, Schlafprobleme, Stimmung

Im ersten Drittel sind viele Frauen ungewohnt müde, gegen Ende stören Bauch, Harndrang und unruhige Beine den Schlaf. Pausen, eine bequeme Schlafposition und Bewegung am Tag tun vielen gut.

Hält eine gedrückte Stimmung an, hast du an nichts mehr Freude oder schläfst du vor Sorgen nicht, kann eine Depression dahinterstecken. Sie ist behandelbar. Sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin. Bei Gedanken, dir etwas anzutun, ruf die 112 oder die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111.

Ausfluss, Zahnfleisch, häufiges Wasserlassen

  • Ausfluss nimmt in der Schwangerschaft oft zu. Riecht er unangenehm, hat er eine andere Farbe als sonst (etwa grünlich oder gräulich), juckt oder brennt es, lass das ärztlich abklären. Ist er sehr wässrig und tropft ständig, melde dich sofort bei Hebamme, Ärztin oder Klinik: Es könnte Fruchtwasser sein.
  • Zahnfleischbluten ist häufig. Die Mutterschafts-Richtlinie sieht eine Beratung zur Mundgesundheit vor, ein Termin in der Zahnarztpraxis lohnt sich.
  • Häufiges Wasserlassen ist normal. Brennt es oder hast du Fieber, kann eine Blasenentzündung vorliegen, die behandelt werden sollte.

Was deine Hebamme bei Beschwerden tun kann

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden ist im Hebammenhilfevertrag ausdrücklich vorgesehen. Die Hebamme berät dich, gibt praktische Hinweise, kontrolliert bei Bedarf Blutdruck, Urin und Herztöne und leitet dich weiter, wenn eine ärztliche Abklärung nötig ist.

  • unbegrenzt viele Kontakte, bis zu zwei am Tag mit zusammen höchstens 90 Minuten,
  • einer davon auch per Video,
  • bis zu 12 telefonische Kurzberatungen,
  • ohne Zuzahlung, ohne Überweisung.

Das macht eine Hebamme gerade in schwierigen Wochen so wertvoll. Wie die Vorsorge bei ihr abläuft, steht unter Vorsorge bei der Hebamme.

Checkliste: Wann zur Ärztin, wann warten?

Am selben Tag ärztlich klären

  • Erbrechen, bei dem nichts mehr drin bleibt
  • Kopfschmerzen nach der 20. Woche, vor allem plötzlich oder stark
  • plötzliche starke Schwellung, auch im Gesicht
  • Brennen beim Wasserlassen mit Fieber oder Flankenschmerz
  • starker Juckreiz an Händen und Füßen ohne Ausschlag

Beim nächsten Termin ansprechen

  • anhaltende Übelkeit ohne Gewichtsverlust
  • Sodbrennen, Verstopfung, leichte Rückenschmerzen
  • Schlafprobleme, wiederkehrende Sorgen

Gut zu wissen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Er nennt bewusst keine Medikamente oder Dosierungen. Was für dich passt, klärst du am besten im Gespräch. Stand: November 2026.

Den Überblick über die Schwangerschaft findest du unter Schwanger, was tun?. Wenn du eine Hebamme suchst, die dich durch beschwerliche Wochen begleitet: Tipps stehen unter Hebamme finden, und auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe noch Zeit haben: Hebamme in deiner Nähe finden.

Häufige Fragen

Wann ist Übelkeit in der Schwangerschaft nicht mehr normal?

familienplanung.de rät zur ärztlichen Abklärung, wenn du mehr als fünfmal am Tag erbrichst, mehr als fünf Prozent deines Körpergewichts verlierst oder kaum noch essen oder trinken kannst. Dann kann eine Hyperemesis vorliegen, die behandelt werden sollte.

Darf ich in der Schwangerschaft Schmerzmittel nehmen?

Nur nach Rücksprache. familienplanung.de schreibt, dass Medikamente, auch pflanzliche, ohne ärztlichen Rat in der Schwangerschaft tabu sind. Frag deine Ärztin oder Apotheke, welches Mittel in deiner Woche infrage kommt.

Hilft mir die Hebamme auch bei Beschwerden?

Ja. Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden ist eine Kassenleistung. Die Zahl der Kontakte ist nicht begrenzt, bis zu zwei am Tag mit zusammen höchstens 90 Minuten, auch per Video oder als kurze Telefonberatung.

Wann sind geschwollene Beine gefährlich?

Wenn die Schwellung plötzlich auftritt, sehr stark ist oder auch Gesicht und Hände betrifft, oft mit schneller Gewichtszunahme. Dann sollte zeitnah eine Präeklampsie ausgeschlossen werden. Kommen Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen dazu, fahr in den Kreißsaal.

Quellen

  1. familienplanung.de (BIÖG): Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft
  2. familienplanung.de (BIÖG): Ödeme in der Schwangerschaft
  3. familienplanung.de (BIÖG): Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
  4. familienplanung.de (BIÖG): Blähungen und Verstopfung
  5. familienplanung.de (BIÖG): Beschwerden in der Schwangerschaft, wie sich der Körper verändert
  6. G-BA: Mutterschafts-Richtlinie (geändert 16.07.2026), § 8
  7. GKV-Spitzenverband: Hebammenhilfevertrag (Fassung ab 01.04.2026), Hilfeleistung in der Schwangerschaft
  8. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
  9. gesund.bund.de: Schwangerschaft, Anzeichen und Beschwerden (Stand 01.12.2025)
  10. familienplanung.de (BIÖG): Ausfluss in der Schwangerschaft (Stand 19.06.2024)