Schwangerschaft

Vorsorge bei der Hebamme: So funktioniert es 2026

Aktualisiert am 5. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft darf deine Hebamme die gesamte Vorsorge übernehmen, außer den Ultraschalluntersuchungen. Sie misst Blutdruck, prüft Urin und Gewicht, tastet die Lage des Babys, hört die Herztöne, nimmt Blut ab und dokumentiert alles im Mutterpass. Die Kasse zahlt das. Du kannst auch zwischen Hebamme und Frauenarztpraxis abwechseln.

Viele wissen nicht, dass Vorsorge auch bei der Hebamme möglich ist. Für manche Frauen ist das ein großer Gewinn: mehr Zeit pro Termin, Besuche zu Hause, eine Person, die dich schon kennt, wenn das Baby da ist. Hier erfährst du, was die Hebamme genau macht, wo die Grenzen liegen und wie das Zusammenspiel mit der Praxis gelingt.

Was die Hebamme bei der Vorsorge untersucht

Grundlage sind die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Der Hebammenhilfevertrag übernimmt deren Inhalte und Abstände als Standard. Zu einer Routine-Vorsorge bei der Hebamme gehören laut Leistungsbeschreibung:

  • Beratung zu deinen Fragen
  • Blutdruckmessung
  • Urinkontrolle
  • Gewichtskontrolle
  • Tasten des Höhenstands der Gebärmutter und Messen des Symphysen-Fundus-Abstands
  • Leopold-Handgriffe, um die Lage des Babys zu bestimmen
  • Abhören der Herztöne ab 24+0 SSW
  • bei Bedarf eine körperliche oder vaginale Untersuchung, um Beschwerden abzugrenzen
  • Blutentnahmen für die Laboruntersuchungen der Richtlinien, zum Beispiel Blutgruppe, Antikörpersuchtest oder den Test auf Schwangerschaftsdiabetes

Wenn du noch keinen Mutterpass hast, legt die Hebamme ihn an. Jede Untersuchung trägt sie dort ein. Was die Einträge bedeuten, erklärt unser Artikel zum Mutterpass.

Ein Vorsorgetermin bei der Hebamme kann bis zu 30 Minuten dauern, höchstens einer am Tag. Er findet bei dir zu Hause oder in ihrer Praxis statt, nicht per Video.

Wie oft

Die Mutterschafts-Richtlinie sieht in der Regel alle vier Wochen eine Vorsorge vor, in den letzten zwei Monaten alle zwei Wochen. Bei besonderem Überwachungsbedarf können es mehr Termine sein.

Was nur die Ärztin darf

  • Ultraschall: Die drei Basis-Ultraschalluntersuchungen (8+0 bis 11+6, 18+0 bis 21+6 und 28+0 bis 31+6 SSW) und alle weiteren Ultraschalluntersuchungen sind ärztlich.
  • Auffällige Verläufe: Gibt es Befunde wie Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder eine drohende Frühgeburt, übernimmt die Ärztin die Führung. Die Hebamme darf dann nur auf ärztliche Anordnung Vorsorge machen. Eine Ausnahme sieht der Vertrag vor, wenn du ärztliche Betreuung trotz Empfehlung der Hebamme nicht in Anspruch nehmen möchtest.
  • Medikamente verordnen und bestimmte Laboruntersuchungen wie den Triple-Test oder den PAP-Abstrich darf die Hebamme nicht veranlassen.

Den ersten Termin in der Schwangerschaft machen viele Frauen in der Frauenarztpraxis, weil dort mit dem ersten Ultraschall festgestellt werden kann, ob die Schwangerschaft in der Gebärmutter sitzt.

Vorsorge im Wechsel: So klappt es

Das Familienportal des Bundesfamilienministeriums schreibt ausdrücklich: Du kannst wählen, ob die Vorsorge in der Praxis oder bei deiner Hebamme stattfindet, und du kannst die Untersuchungen auch aufteilen. Ein mögliches Modell:

SSW Wo Was
8 bis 12 Praxis Erstuntersuchung, 1. Ultraschall, Blutuntersuchungen
16 Hebamme Routine-Vorsorge
20 Praxis 2. Ultraschall
24 Hebamme Routine, Herztöne, Zuckertest möglich
28 Hebamme Routine, zweiter Antikörpertest möglich
30 Praxis 3. Ultraschall
ab 32 im Wechsel alle zwei Wochen

Das ist nur ein Beispiel. Wie ihr es aufteilt, besprecht ihr gemeinsam.

Damit nichts doppelt läuft

  • Bring den Mutterpass zu jedem Termin mit.
  • Sag beiden Seiten, wer was übernimmt.
  • Lass Blut nur einmal abnehmen: Ist eine Untersuchung schon im Mutterpass dokumentiert, darf sie laut Vertrag nicht noch einmal über das Kontingent abgerechnet werden.
  • Informiere die Hebamme über Auffälligkeiten aus der Praxis und umgekehrt.

Wie gut die Aufteilung klappt, hängt von deiner Praxis und deiner Hebamme ab. Frag am besten offen nach, bevor du dich festlegst.

Mehr als Vorsorge: Was die Hebamme in der Schwangerschaft noch macht

Neben der Vorsorge zahlt die Kasse in der Schwangerschaft weitere Hilfe:

  • Hilfe bei Beschwerden: Rückenschmerzen, Übelkeit, Schlafprobleme, Ängste. Die Zahl der Kontakte ist nicht begrenzt, bis zu 90 Minuten am Tag, einer davon auch per Video.
  • Telefonische Kurzberatung: bis zu 12 Mal bis je 10 Minuten.
  • CTG und Herztöne bei Bedarf, etwa bei unklaren Kontraktionen.
  • Individuelle Stillvorbereitung: einmal bis 45 Minuten.
  • Aufklärungsgespräch zum Geburtsort bei Haus-, Geburtshaus- oder Beleggeburt.

Die Hebamme kann dir außerdem die Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin ausstellen, die du für das Mutterschaftsgeld brauchst. Mehr zum Leistungsspektrum steht im Artikel Was macht eine Hebamme?.

So findest du eine Hebamme für die Vorsorge

Nicht jede Hebamme bietet Schwangerschaftsvorsorge an. Viele konzentrieren sich auf Wochenbett und Kurse. Frag deshalb beim ersten Kontakt gezielt:

  • Machst du Vorsorgeuntersuchungen, oder nur Hilfe bei Beschwerden?
  • Bei mir zu Hause oder in deiner Praxis?
  • Ab welcher Woche, und wie stimmst du dich mit meiner Frauenarztpraxis ab?
  • Wer vertritt dich bei Urlaub oder Krankheit?
  • Begleitest du mich danach auch im Wochenbett?

In der GKV-Hebammenliste kannst du per Umkreissuche nach Hebammen suchen, die Schwangerschaftsvorsorge anbieten. Die Liste wird monatlich aktualisiert. Ob sie für deinen Termin noch Zeit haben, steht dort nicht.

Für wen Vorsorge bei der Hebamme gut passt

Viele Frauen schätzen:

  • mehr Zeit für Fragen,
  • Termine zu Hause, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft,
  • eine durchgehende Begleitung bis ins Wochenbett,
  • einen Blick, der nicht nur auf Werte schaut, sondern auch darauf, wie es dir geht.

Bei einer Schwangerschaft mit besonderen Risiken bleibt die ärztliche Betreuung zentral. Auch dann kann eine Hebamme ergänzend helfen, zum Beispiel bei Beschwerden oder Sorgen.

Sofort Hilfe holen: Vorsorge ersetzt keine Notfallhilfe. Bei Blutungen, Fruchtwasserabgang, regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche, deutlich weniger Kindsbewegungen, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder starken Schmerzen im Oberbauch fahr in den Kreißsaal oder ruf die 112. Mehr dazu unter Warnzeichen in der Schwangerschaft.

Gut zu wissen

Dieser Artikel gibt den Stand des Hebammenhilfevertrags ab 01.04.2026 und der Mutterschafts-Richtlinie in der Fassung vom 16.07.2026 wieder. Er ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin.

Den großen Überblick über die ersten Schritte findest du unter Schwanger, was tun?. Und weil Vorsorge bei der Hebamme eine Hebamme voraussetzt: Tipps zur Suche stehen unter Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe noch Kapazität haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen: Hebamme in deiner Nähe finden.

Häufige Fragen

Darf eine Hebamme die komplette Schwangerschaftsvorsorge machen?

Bei einem normalen Verlauf ja, mit Ausnahme der Ultraschalluntersuchungen. Diese bleiben ärztlich. Bei Auffälligkeiten untersucht die Hebamme nur auf ärztliche Anordnung weiter.

Zahlt die Krankenkasse die Vorsorge bei der Hebamme?

Ja, im Umfang der Mutterschafts-Richtlinien und ohne Zuzahlung. Die Hebamme rechnet direkt mit der Kasse ab. Laboruntersuchungen, die über die Richtlinien hinausgehen, wären eine Privatleistung.

Kann ich zwischen Hebamme und Frauenärztin wechseln?

Ja. Viele Frauen teilen die Termine auf, zum Beispiel Ultraschall in der Praxis, Zwischentermine bei der Hebamme. Wichtig ist, dass beide im Mutterpass dokumentieren und sich keine Untersuchung doppelt.

Kann die Hebamme den Mutterpass ausstellen?

Ja. Wenn du noch keinen Mutterpass hast, kann die Hebamme ihn bei der ersten Vorsorge anlegen. Das gehört laut Hebammenhilfevertrag zur Vorsorgeuntersuchung.

Quellen

  1. GKV-Spitzenverband: Hebammenhilfevertrag (Fassung ab 01.04.2026), Anlage 1.1 und 1.2
  2. Gemeinsame FAQ der Vertragspartner zum Hebammenhilfevertrag (Stand 03.06.2026)
  3. G-BA: Mutterschafts-Richtlinie (geändert 16.07.2026, in Kraft seit 25.08.2026)
  4. Familienportal (BMBFSFJ): Checkliste vor der Geburt
  5. familienplanung.de (BIÖG): Der Mutterpass