Geburt

Anzeichen der Geburt: Wann du losfahren solltest

Aktualisiert am 5. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Sichere Zeichen, dass die Geburt beginnt, sind regelmäßige, stärker werdende Wehen und ein Blasensprung. Beim ersten Kind ist es meist Zeit loszufahren, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang alle fünf Minuten kommen, beim zweiten Kind schon bei Wehen alle zehn Minuten. Nach einem Blasensprung fährst du zügig, aber ruhig los. Bei starker Blutung, grünem Fruchtwasser oder plötzlich sehr viel Fruchtwasser mit noch nicht fest sitzendem Kind wartest du nicht.

Am Ende der Schwangerschaft wird jedes Ziehen im Bauch zur Frage: Ist es so weit? Hier findest du die Zeichen, auf die du achten kannst, klare Faustregeln für den Aufbruch und die Situationen, in denen du sofort handeln solltest.

Vorzeichen: Die Geburt kündigt sich an

Tage bis Wochen vorher kann sich der Körper vorbereiten. familienplanung.de und gesund.bund.de nennen unter anderem:

  • Senkwehen: Sie können in den letzten vier Wochen auftreten und den Kopf des Kindes ins Becken drücken. Danach wird das Atmen oft leichter.
  • Vorwehen (Übungswehen): unregelmäßig, eher kurz und so leicht, dass du dich währenddessen unterhalten kannst. Sie können Stunden anhalten und wieder abklingen.
  • Rückenschmerzen, weil sich die Bänder im Becken lockern.
  • Abgang des Schleimpfropfs, oft leicht blutig. Er kann Tage vor der Geburt abgehen. Meist ist dann noch keine Fahrt in die Klinik nötig.
  • Häufiger Stuhldrang, manchmal leichter Durchfall.

Diese Zeichen sagen dir: Bald geht es los. Sie sagen nicht, wann.

Sichere Zeichen: Jetzt beginnt die Geburt

Geburtswehen

Echte Geburtswehen öffnen den Muttermund. Du erkennst sie daran, dass sie

  • regelmäßig kommen und die Abstände kürzer werden,
  • etwa eine Minute dauern,
  • so stark sind, dass du dich auf das Atmen konzentrieren musst,
  • sich durch Ausruhen oder Lagewechsel nicht beruhigen.

Viele Hebammen empfehlen ein warmes Bad als Test: Vorwehen sollen dabei eher nachlassen, Geburtswehen stärker werden (familienplanung.de). Das ist eine Erfahrungsregel, kein sicherer Test.

Blasensprung

Wenn die Fruchtblase springt, läuft Fruchtwasser aus oder tropft immer wieder nach. Das kann ein Schwall sein oder nur ein ständiges Nässen. Fruchtwasser ist meist klar und riecht neutral bis leicht süßlich. Anders als Urin kannst du es nicht durch Anspannen des Beckenbodens stoppen.

Zeichnungsblutung

Wenn sich der Muttermund zu öffnen beginnt, kann etwas blutig gefärbter Schleim abgehen. Das ist in der Regel harmlos (Klinik Josefinum). Eine richtige Blutung ist etwas anderes, siehe unten.

Wann solltest du losfahren?

Faustregeln

Situation Was tun?
erstes Kind, Wehen etwa eine Stunde lang alle 5 Minuten, rund 1 Minute lang, nicht mehr wegzuatmen in die Klinik fahren oder Hebamme rufen
ab dem zweiten Kind, regelmäßige Wehen alle 10 Minuten in die Klinik fahren oder Hebamme rufen
Blasensprung, Fruchtwasser klar zügig, aber ruhig losfahren oder Hebamme anrufen
langer Anfahrtsweg früher aufbrechen
geplante Hausgeburt oder Geburtshaus Hebamme anrufen, sie entscheidet mit dir

Die Regeln für Erst- und Mehrgebärende stammen von familienplanung.de. gesund.bund.de nennt regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten oder einen Blasensprung als Zeitpunkt, den gewählten Geburtsort aufzusuchen.

Warum es sich lohnt, die frühe Phase zu Hause zu verbringen

Die erste Phase der Geburt, die Latenzphase, dauert bis der Muttermund 4 bis 6 Zentimeter geöffnet ist. Sie kann lange dauern. Die S3-Leitlinie zur vaginalen Geburt empfiehlt, Frauen mit schmerzhaften Wehen, aber ohne Fortschritt am Muttermund, zu ermutigen, wieder nach Hause zu gehen, wenn kein erhöhtes Risiko besteht. Ruhe, Essen, Trinken, ein Bad oder ein Spaziergang können dir in dieser Zeit guttun.

Wenn du unsicher bist: Ruf im Kreißsaal oder bei deiner Hebamme an. Das ist kein Überreagieren. Manche Kliniken bitten ausdrücklich um einen Anruf, andere nicht. Frag im Anmeldegespräch, wie es bei dir gehandhabt wird.

Blasensprung: Liegend oder sitzend?

In aller Regel musst du nach einem Blasensprung nicht liegend transportiert werden (familienplanung.de). Du kannst dich frisch machen, eine Vorlage einlegen und mit dem Auto in die Klinik fahren lassen.

Es gibt Ausnahmen, in denen Kliniken einen Liegendtransport mit dem Rettungswagen empfehlen:

  • Plötzlich sehr viel Fruchtwasser auf einmal: Dann kann es sein, dass der Kopf oder Po des Kindes noch nicht fest im Becken sitzt. Laut Klinik Josefinum ist dann ein Liegendtransport mit dem Krankenwagen die sicherste Option.
  • Dein Kind liegt nicht mit dem Kopf nach unten (zum Beispiel Beckenendlage oder Querlage): Laut Klinikum Hanau solltest du dich dann liegend transportieren lassen. Deine Ärztin sagt dir vorher, was in deinem Fall gilt.

Wenn du nicht weißt, ob der Kopf schon fest im Becken ist, frag bei den letzten Vorsorgeterminen danach. Dann musst du im Ernstfall nicht raten.

Sofort Hilfe holen:

  • Starke Blutung mit oder ohne Wehen: ruf 112 oder fahr sofort in den Kreißsaal.
  • Plötzlich sehr viel Fruchtwasser und das Kind sitzt noch nicht fest im Becken oder liegt nicht mit dem Kopf nach unten: hinlegen und 112 rufen.
  • Grünes oder bräunliches Fruchtwasser: ohne Verzögerung in die Klinik fahren, bei geplanter Haus- oder Geburtshausgeburt sofort die Hebamme anrufen.
  • Blasensprung oder regelmäßige Wehen vor 37+0 Schwangerschaftswochen: direkt in die Klinik.
  • Dein Kind bewegt sich auffällig anders, deutlich weniger oder gar nicht mehr: ruf ohne Zögern im Kreißsaal, bei deiner Hebamme oder Ärztin an.
  • Fieber über 38 Grad unter Wehen oder nach dem Blasensprung: in die Klinik fahren, bei geplanter Haus- oder Geburtshausgeburt sofort die Hebamme anrufen.
  • Plötzliche starke Bauchschmerzen oder ein brettharter Bauch, mit oder ohne Blutung: Das kann auf eine vorzeitige Plazentalösung hinweisen. Sofort in die Klinik oder 112.

Weitere Warnzeichen aus der späten Schwangerschaft findest du im Artikel Warnzeichen in der Schwangerschaft.

Grünes Fruchtwasser ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, das Kind überwachen zu lassen. Im Kriterienkatalog des Hebammenhilfevertrags kann dickgrünes Fruchtwasser eine Geburt zu Hause oder im Geburtshaus ausschließen, und familienplanung.de nennt grünes Fruchtwasser als einen der häufigen Gründe für eine Verlegung in die Klinik.

Blasensprung ohne Wehen

Oft beginnen die Wehen nach dem Blasensprung von selbst, manchmal lassen sie aber auf sich warten. Fahr trotzdem in die Klinik oder informiere deine Hebamme. Dort wird das Kind überwacht, und ihr besprecht, wie lange abgewartet wird. Bei außerklinisch geplanten Geburten sieht der Hebammenhilfevertrag spätestens 24 Stunden nach dem Blasensprung eine Laborkontrolle vor, je nach Befund auch eine Einleitung.

Vorbereitet sein: Das hilft am Tag X

  • Telefonnummern von Kreißsaal, Hebamme und Begleitperson im Handy gespeichert und auf Papier
  • Weg zur Klinik einmal abgefahren, Parkmöglichkeit am Eingang bekannt
  • Mit der Begleitperson geklärt, wer fährt und wer erreichbar ist
  • Kliniktasche gepackt, Mutterpass immer dabei, siehe Kliniktaschen-Checkliste
  • Bei den letzten Vorsorgeterminen gefragt, ob das Kind mit dem Kopf fest im Becken liegt
  • Wünsche für die Geburt notiert, siehe Geburtsplan
  • Betreuung für ältere Geschwister organisiert

Wo du gebären möchtest und wen du dann anrufst, steht im Überblick Geburtsort wählen.

Gut zu wissen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Jede Geburt beginnt anders. Im Zweifel ruf an: Kreißsäle und Hebammen kennen diese Fragen und helfen dir, die Lage einzuschätzen.

Eine Hebamme, die du schon vor der Geburt kennst, kann dir viele dieser Unsicherheiten abnehmen. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben: Hebamme in deiner Nähe finden. Mehr Tipps zur Suche stehen im Ratgeber Hebamme finden.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit Wehen in die Klinik fahren?

Als Faustregel beim ersten Kind: wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen, rund eine Minute dauern und du dich nicht mehr ablenken kannst. Ab dem zweiten Kind schon bei regelmäßigen Wehen alle zehn Minuten. Ist der Weg weit, fahr früher los.

Muss ich nach einem Blasensprung liegend ins Krankenhaus?

In aller Regel nicht. Fahr zügig, aber ruhig in die Klinik oder ruf deine Hebamme an. Liegend mit dem Rettungswagen solltest du fahren, wenn plötzlich sehr viel Fruchtwasser abgeht und das Kind noch nicht fest im Becken liegt oder wenn dein Kind nicht mit dem Kopf nach unten liegt und dir das so geraten wurde.

Ist eine Zeichnungsblutung normal?

Etwas blutig gefärbter Schleim, wenn sich der Muttermund zu öffnen beginnt, ist in der Regel harmlos und kann Tage vor der Geburt auftreten. Eine Blutung, die eher wie eine Regelblutung oder stärker ist, ist dagegen ein Notfall: Fahr sofort in den Kreißsaal oder ruf 112.

Wie erkenne ich, ob es Fruchtwasser ist und kein Urin?

Fruchtwasser ist meist klar, flüssig und riecht neutral bis leicht süßlich. Anders als Urin kannst du es nicht durch Anspannen des Beckenbodens aufhalten. Bist du unsicher, kann die Hebamme oder Klinik das mit einem einfachen Test prüfen.

Quellen

  1. gesund.bund.de (BMG): Wie verläuft eine Geburt? (geprüft vom Deutschen Hebammenverband, Stand 01.12.2025)
  2. familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt?
  3. familienplanung.de (BIÖG): Wie fühlen sich Wehen an?
  4. AWMF-S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (015-083), Teil 2, Geburtsh Frauenheilk 2022
  5. KJF Klinik Josefinum Augsburg: Checklisten „Es geht los“ und „Die Kliniktasche“ (Stand 08/2025)
  6. Klinikum Hanau: FAQ Kreißsaal und Geburt
  7. familienplanung.de (BIÖG): Wenn das Baby auf sich warten lässt
  8. familienplanung.de (BIÖG): Vorzeitige Plazentalösung in der Schwangerschaft (Stand 07.05.2025)