Hebamme finden

Nachsorgehebamme: Wer sie ist und wie du sie findest

Aktualisiert am 5. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Die Nachsorgehebamme ist eine freiberufliche Hebamme, die dich und dein Baby nach der Geburt zu Hause besucht, im Wochenbett bis zum Ende der 12. Lebenswoche. Eine Pflicht gibt es nicht, aber einen Anspruch, und die gesetzliche Kasse zahlt ohne Zuzahlung. Such sie am besten im ersten Schwangerschaftsdrittel und frag mehrere Hebammen parallel an.

„Hast du schon eine Nachsorgehebamme?“ Diese Frage hören viele Schwangere früher, als sie erwarten. Hier erfährst du, was hinter dem Begriff steckt, ob du eine brauchst und wie du sie findest, auch wenn es in deiner Region eng ist.

Stand: November 2026, Hebammenhilfevertrag in der Fassung ab 01.04.2026.

Was ist eine Nachsorgehebamme?

„Nachsorgehebamme“ ist kein eigener Beruf, sondern ein Alltagsbegriff. Gemeint ist eine Hebamme, die dich nach der Geburt im Wochenbett betreut. Meist arbeitet sie freiberuflich und kommt zu dir nach Hause. Manche Hebammen bieten nur Nachsorge an, andere begleiten dich schon in der Schwangerschaft und machen danach weiter.

Die Überwachung des Wochenbetts gehört laut Hebammengesetz zur Geburtshilfe und ist damit Hebammen und Ärztinnen vorbehalten. Die Nachsorgehebamme ist also eine medizinische Fachperson, keine allgemeine Familienhelferin.

Was macht sie?

Kurz gesagt: Sie schaut, ob es dir und deinem Baby gut geht, und hilft dir, in die neue Situation hineinzufinden. Typische Themen:

  • Bei dir: Rückbildung der Gebärmutter, Wochenfluss, Heilung von Damm oder Kaiserschnittnarbe, Brust und Stillen, Kreislauf, Stimmung und Schlaf.
  • Bei deinem Baby: Gewicht, Trinken, Ausscheidungen, Hautfarbe, Nabel, Verhalten.
  • Praktisch: Anlegen, Baden, Wickeln, Tragen, Schlafen, sicherer Schlafplatz.
  • Emotional: Zeit für Fragen, Sorgen und das Erzählen der Geburt.

Wie die Besuche ablaufen und was an welchem Tag üblich ist, steht ausführlich im Artikel Wochenbettbetreuung: So laufen die Hebammenbesuche ab.

Brauche ich eine Nachsorgehebamme?

Eine Pflicht gibt es nicht. Du hast aber nach § 24d SGB V einen Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett, und viele Familien empfinden die Besuche als große Entlastung. Gerade in den ersten Tagen tauchen viele Fragen auf, bei denen du nicht jedes Mal in eine Praxis fahren möchtest.

Besonders hilfreich kann eine Nachsorgehebamme sein:

  • beim ersten Kind,
  • nach einem Kaiserschnitt oder einer schweren Geburt,
  • nach einer ambulanten Geburt oder einer frühen Entlassung aus der Klinik,
  • wenn das Stillen schwer anläuft,
  • bei Mehrlingen (die Betreuungszeit pro Tag ist dann je weiterem Kind um zehn Minuten länger),
  • wenn du wenig Unterstützung im Alltag hast.

Wenn du ambulant entbinden oder früh nach Hause gehen möchtest, sprich das beim Anmeldegespräch in der Klinik an und frag, was sie für die ersten Tage zu Hause erwartet. Die Regeln sind von Klinik zu Klinik verschieden, eine Hebamme für die Zeit danach solltest du dann in jedem Fall früh suchen.

Was zahlt die Kasse?

Gesetzlich Versicherte zahlen für die Wochenbettbetreuung nach dem Hebammenhilfevertrag nichts. Die Hebamme rechnet direkt mit der Kasse ab und darf keine Zuzahlung, Vorkasse oder Kaution verlangen.

Zeitraum Kontingent
Tag der Geburt bis 10. Lebenstag bis zu 20 Kontakte, bis zu 2 am Tag
11. Lebenstag bis Ende der 12. Lebenswoche bis zu 16 Kontakttage
Ab der 13. Lebenswoche bis zu 8 Kontakttage bei Still- oder Ernährungsproblemen
Darüber hinaus weitere Kontakte mit ärztlicher Anordnung

Viele ältere Ratgeber nennen noch „16 Besuche in 8 Wochen“. Das ist seit dem neuen Vertrag vom November 2025 überholt. Privatversicherte prüfen ihren Tarif. Mehr zu den Kosten im Artikel Was zahlt die Krankenkasse für die Hebamme?

Wann solltest du suchen?

Für die Nachsorge gibt es keine Frist. In vielen Regionen sind Nachsorgehebammen aber für bestimmte Monate früh ausgebucht, weil jede nur eine begrenzte Zahl von Familien pro Monat betreuen kann. Ein guter Zeitpunkt ist das erste Schwangerschaftsdrittel. Wenn du später dran bist, lohnt sich die Suche trotzdem, der Anspruch gilt bis zum Ende der 12. Lebenswoche.

Mehr zum richtigen Zeitpunkt im Artikel Ab wann eine Hebamme suchen?

So findest du eine Nachsorgehebamme

Die Nachsorge ist die Leistung, für die die meisten Hebammen Kapazität einplanen. Deine Chancen stehen besser, wenn du klar sagst, dass du genau das suchst.

  • hebi: Wohnort und errechneten Termin eingeben, nur Hebammen sehen, die in deinem Monat Zeit haben, und mehrere mit einer Sammelanfrage erreichen.
  • GKV-Hebammenliste: im Umkreis nach „Wochenbettbetreuung“ filtern. Vollständig, aber ohne Angabe freier Plätze.
  • Ammely: die Vermittlung in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband als Ergänzung nutzen.
  • Geburtsklinik: nach Listen mit Nachsorgehebammen fragen und ob Klinikhebammen freiberuflich Nachsorge anbieten.
  • Geburtshaus und Hebammenpraxen: viele bieten Nachsorge im Team an.
  • Frauenärztliche Praxis und Bekannte: nach Empfehlungen fragen.

Deine Anfrage sollte den errechneten Termin, deinen Wohnort (Ortsteil und PLZ), den geplanten Geburtsort und den Hinweis „Wochenbettbetreuung“ enthalten. Eine Vorlage zum Kopieren findest du im Leitfaden Hebamme finden.

Nach der Zusage

Wenn eine Hebamme zusagt, vereinbart ihr meist ein Vorgespräch in der Schwangerschaft. Darin klärt ihr unter anderem:

  • wie und wann du dich nach der Geburt meldest,
  • wer sie im Urlaub oder bei Krankheit vertritt,
  • ob sie auch Kontakte per Video oder in ihrer Praxis anbietet,
  • welche Leistungen sie zusätzlich anbietet, etwa Kurse oder Stillberatung.

Welche Fragen sich sonst noch lohnen, steht unter Erstes Gespräch mit der Hebamme. Leg ihre Telefonnummer in die Kliniktasche und speichere sie im Handy.

Wenn die Hebamme ausfällt oder nicht passt

Auch mit Zusage kann etwas dazwischenkommen: Die Hebamme wird krank, das Baby kommt mitten in ihrem Urlaub, oder ihr merkt, dass die Chemie nicht stimmt. Dafür ist die Frage nach der Vertretung im Vorgespräch so wichtig. Viele Hebammen arbeiten in Teams oder haben feste Kolleginnen, die einspringen.

Wenn es menschlich nicht passt, darfst du die Hebamme wechseln. Sprich das offen an, oft lässt sich eine Lösung im Team finden. Die Kontingente des Hebammenhilfevertrags gelten für dich als Versicherte, nicht für eine bestimmte Hebamme. Bereits genutzte Kontakte zählen dabei mit: Eine neue Hebamme kann im Rahmen der noch offenen Kontakte weitermachen.

Wenn es nicht klappt

Manchmal findet sich trotz aller Mühe keine Hebamme. Dann helfen eine Wochenbettambulanz, eine kinderärztliche Praxis, die du schon in der Schwangerschaft auswählst, und das Wissen um die Warnzeichen im Wochenbett. Einen vollständigen Plan B findest du im Artikel Keine Hebamme gefunden.

Gut zu wissen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Wenn du unsicher bist, ob du eine Nachsorgehebamme brauchst, sprich mit deiner Frauenärztin oder in deiner Geburtsklinik darüber.

Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen. Hebamme in deiner Nähe finden

Häufige Fragen

Brauche ich nach einem Kaiserschnitt eine Nachsorgehebamme?

Du hast nach einem Kaiserschnitt den gleichen Anspruch wie nach einer vaginalen Geburt. Viele Frauen empfinden die Hausbesuche gerade dann als hilfreich, weil die Hebamme die Narbe ansieht, beim Stillen in schonenden Positionen hilft und Fäden oder Klammern entfernen kann.

Kann meine Klinikhebamme auch meine Nachsorgehebamme sein?

Manchmal. Einige angestellte Klinikhebammen arbeiten nebenher freiberuflich in der Wochenbettbetreuung. Frag bei der Geburtsanmeldung oder auf der Wochenstation danach.

Kommt die Nachsorgehebamme auch zum zweiten Kind?

Ja, der Anspruch gilt bei jeder Geburt neu. Wenn du mit deiner Hebamme vom ersten Kind zufrieden warst, frag sie früh wieder an, viele Hebammen betreuen Familien gern ein zweites Mal.

Ab wann kommt die Nachsorgehebamme?

Meist ab dem Tag, an dem du aus der Klinik nach Hause kommst, bei einer Hausgeburt direkt danach. Sprich vorher ab, wie du dich nach der Geburt meldest, damit der erste Besuch schnell geplant werden kann.

Quellen

  1. GKV-Spitzenverband: Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V (Fassung ab 01.04.2026)
  2. GKV-Spitzenverband und Hebammenverbände: Gemeinsame FAQ zum Hebammenhilfevertrag (Stand 03.06.2026)
  3. § 24d SGB V: Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
  4. GKV-Spitzenverband: Hebammenliste
  5. Ammely: Hebammenvermittlung von Keleya in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband
  6. § 4 Hebammengesetz: Geburtshilfe als vorbehaltene Tätigkeit