Geburt

Geburtsplan schreiben: Vorlage und Tipps

Aktualisiert am 3. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Ein Geburtsplan ist eine kurze schriftliche Liste deiner Wünsche für die Geburt, zum Beispiel zu Begleitung, Bewegung, Schmerzlinderung und den ersten Minuten mit deinem Baby. Er hilft dir, dir klar zu werden, was dir wichtig ist, und gibt dem Team eine Orientierung. Halte ihn auf einer Seite, besprich ihn vorher im Anmeldegespräch oder mit deiner Hebamme, und schreib einen Plan B dazu.

Niemand kann eine Geburt planen. Aber du kannst dir überlegen, was dir guttut und was dir Angst macht, und das aufschreiben. Gerade wenn du unter Wehen nicht viel reden möchtest, kann ein Blatt Papier für dich sprechen.

Wozu ein Geburtsplan gut ist

  • Für dich: Beim Schreiben merkst du, welche Fragen offen sind. Viele Frauen beruhigt es, sich vorher mit Möglichkeiten wie PDA, Positionen oder Kaiserschnitt beschäftigt zu haben.
  • Für deine Begleitperson: Sie weiß, was du dir wünschst, und kann es für dich vertreten.
  • Für das Team: Hebammen wechseln in Kliniken oft im Schichtdienst. Ein Blatt in der Akte erspart dir, alles neu zu erklären.

familienplanung.de empfiehlt, die eigenen Wünsche vor dem Anmeldegespräch aufzuschreiben: Die Liste ist eine gute Gesprächsgrundlage und kann in deine Akte aufgenommen werden. Die S3-Leitlinie zur vaginalen Geburt betont, Gebärende gut zu informieren und das weitere Vorgehen mit ihnen gemeinsam zu vereinbaren.

Was in einen Geburtsplan gehört

Angaben zu dir

  • Name, errechneter Termin, geplanter Geburtsort
  • Name der Begleitperson(en) und wie sie erreichbar ist
  • Hebamme, falls du eine Begleit-Beleghebamme hast
  • Wichtige Gesundheitsinfos (Allergien, Vorerkrankungen, frühere Geburten)
  • Was dir Angst macht oder was du auf keinen Fall möchtest, zum Beispiel wegen früherer Erfahrungen

Während der Wehen

  • Bewegung und Positionen: Aufrechte Haltungen und Bewegung werden oft als weniger schmerzhaft empfunden, und es wird seltener eine PDA benötigt (familienplanung.de). Du kannst dir freie Bewegung, Ball, Tuch, Hocker oder Wanne wünschen.
  • Schmerzlinderung: Was möchtest du ausprobieren (Wärme, Wasser, Massage, Atmung)? Wie stehst du zur PDA? Wenn du offen dafür bist, lohnt sich ein Aufklärungsgespräch schon in der Schwangerschaft, weil die Aufklärung unter Wehen anstrengend sein kann (familienplanung.de).
  • Atmosphäre: gedimmtes Licht, eigene Musik, möglichst wenige Personen im Raum.
  • Essen und Trinken: Frag im Anmeldegespräch, ob du unter der Geburt essen und trinken darfst, und pack dir etwas ein.
  • Information: Möchtest du vor jeder Untersuchung oder Maßnahme gefragt werden?

Bei der Geburt

  • Gebärposition nach Gefühl
  • Wünsche zum Dammschutz, etwa warme Kompressen
  • Ob du das Köpfchen ertasten oder einen Spiegel möchtest
  • Wer das Kind in Empfang nimmt, wer die Nabelschnur durchtrennt

Nach der Geburt

  • Hautkontakt: Baby direkt auf deinen nackten Bauch oder die Brust
  • Abnabeln: Abgenabelt wird meist in den ersten fünf Minuten. Du kannst dir ein späteres Abnabeln wünschen (familienplanung.de).
  • Plazenta: abwartend oder mit Medikament (aktives Management). Frag im Anmeldegespräch, wie die Klinik vorgeht.
  • Stillen: erstes Anlegen in Ruhe, Unterstützung durch die Hebamme
  • Untersuchungen des Babys: möglichst auf deinem Bauch oder in deiner Nähe
  • Aufenthalt: ambulant nach Hause oder Wochenstation, Familienzimmer ja oder nein

Plan B: Wenn es anders kommt

  • Verlegung (bei Hausgeburt oder Geburtshaus): Wunschklinik, wer fährt mit, wer kümmert sich um Geschwister
  • Kaiserschnitt: Soll deine Begleitperson dabei sein? Soll das Baby möglichst früh zu dir? Wer kümmert sich um das Baby, falls du eine Vollnarkose brauchst? Nach familienplanung.de legt die Hebamme das Baby oft schon, während die Wunde versorgt wird, auf deine Brust, wenn es Mutter und Kind gut geht.
  • Kind muss in die Kinderklinik: Wer begleitet es, wie kannst du Milch abpumpen?

Vorlage zum Abschreiben

Kopiere die Vorlage in ein Dokument und streiche, was dir nicht wichtig ist. Weniger ist mehr.

Mein Geburtsplan

Name:                         Termin:
Geburtsort:                   Begleitperson:
Hebamme (falls Beleggeburt):
Gut zu wissen über mich:

Am wichtigsten ist mir:
1.
2.
3.

Während der Wehen wünsche ich mir:
[ ] mich frei bewegen und Positionen wechseln
[ ] Wanne, Ball, Tuch, Hocker nutzen
[ ] vor Untersuchungen gefragt werden
[ ] zunächst ohne Medikamente / PDA möglichst früh / offen
[ ] ruhige Atmosphäre, wenig Personen

Bei und nach der Geburt wünsche ich mir:
[ ] Position nach Gefühl
[ ] Baby direkt auf meine Brust
[ ] späteres Abnabeln, wenn möglich
[ ] Begleitperson durchtrennt die Nabelschnur
[ ] Unterstützung beim ersten Stillen

Falls Kaiserschnitt:
[ ] Begleitperson dabei
[ ] Baby so früh wie möglich zu mir
[ ] bei Vollnarkose: Baby zu meiner Begleitperson

Bitte nicht / Das macht mir Angst:

So schreibst du einen guten Geburtsplan

  • Kurz: eine Seite, Stichpunkte, die wichtigsten drei Wünsche oben.
  • Freundlich formuliert: „Ich wünsche mir …“ statt „Ich verbiete …“. Das macht es dem Team leichter, mit dir zusammenzuarbeiten.
  • Offen bleiben: Jede Geburt ist anders. Plane ein, dass sich Wünsche unter der Geburt ändern können, auch deine eigenen.
  • Besprechen statt nur abgeben: Nimm den Plan mit ins Anmeldegespräch, zum Aufklärungsgespräch mit deiner Hebamme oder in den Geburtsvorbereitungskurs. Frag direkt, was dort möglich ist.
  • Mehrfach ausdrucken: ein Exemplar in die Tasche, eins für die Begleitperson. Was sonst noch hineingehört, steht in der Kliniktaschen-Checkliste.

Besonderheiten je nach Geburtsort

  • Klinik: Halte den Plan besonders kurz, weil das Team ihn oft im Schichtwechsel liest. Frag im Anmeldegespräch, ob er in deine Akte kommt.
  • Beleggeburt: Deine Hebamme kennt deine Wünsche schon. Schreib trotzdem auf, was für das ärztliche Team und die Vertretung wichtig ist.
  • Hausgeburt und Geburtshaus: Der wichtigste Teil ist oft der Plan B: Wunschklinik, Weg dorthin, wer mitfährt, wer die Geschwister betreut.

Gib den Plan auch deiner Begleitperson zu lesen und sprecht ihn einmal gemeinsam durch. Sie ist es, die unter Wehen für dich nachfragt, wenn du gerade keine Kraft dafür hast.

Was ein Geburtsplan nicht kann

Er ersetzt kein Gespräch und keine Aufklärung. Und er ist kein Vertrag: Wenn sich die Lage ändert, etwa weil die Herztöne des Kindes auffällig werden, entscheidet ihr neu. Wichtig ist, dass du informiert bleibst und mitentscheiden kannst.

Sofort Hilfe holen: Ein Geburtsplan hat nichts mit Notfällen zu tun. Bei starker Blutung, plötzlich sehr viel Fruchtwasser mit noch nicht fest sitzendem Kind oder deutlich weniger Kindsbewegungen gilt: Kreißsaal oder 112. Mehr dazu im Artikel Anzeichen der Geburt.

Wo du deine Wünsche am besten umsetzen kannst, hängt auch vom Ort ab. Den Vergleich findest du im Überblick Geburtsort wählen.

Gut zu wissen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Sprich deine Wünsche vorher mit ihnen durch, dann wissen alle, was dir wichtig ist.

Eine Hebamme, die dich schon in der Schwangerschaft kennt, hilft dir, einen realistischen Plan zu schreiben. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben: Hebamme in deiner Nähe finden. Tipps zur Suche stehen im Ratgeber Hebamme finden.

Häufige Fragen

Muss sich die Klinik an meinen Geburtsplan halten?

Ein Geburtsplan ist keine Vorschrift, sondern eine Gesprächsgrundlage. Das Team kann ihn nur umsetzen, soweit es medizinisch passt und die Abläufe es erlauben. Ohne deine Einwilligung darf aber keine Maßnahme durchgeführt werden, außer im akuten Notfall, in dem du nicht ansprechbar bist (§ 630d BGB).

Wann sollte ich den Geburtsplan schreiben?

Gut ist das letzte Drittel der Schwangerschaft, rechtzeitig vor dem Anmeldegespräch in der Klinik oder dem Aufklärungsgespräch mit deiner Hebamme. Dort kannst du ihn besprechen und in deine Unterlagen aufnehmen lassen.

Wie lang sollte ein Geburtsplan sein?

Möglichst eine Seite. Im Kreißsaal hat niemand Zeit für mehrere Seiten. Schreib die drei bis fünf Punkte nach oben, die dir am wichtigsten sind, und formuliere sie als Wünsche.

Gehört ein Kaiserschnitt in den Geburtsplan?

Ja, als Plan B. Du kannst festhalten, ob deine Begleitperson dabei sein soll, ob das Baby möglichst früh auf deine Brust gelegt werden soll und wer es versorgt, falls du eine Vollnarkose brauchst.

Quellen

  1. familienplanung.de (BIÖG): Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten?
  2. familienplanung.de (BIÖG): Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt? (Geburtsanmeldegespräch)
  3. familienplanung.de (BIÖG): Geburtspositionen
  4. familienplanung.de (BIÖG): Die PDA (Periduralanästhesie)
  5. familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt?
  6. § 630d BGB: Einwilligung
  7. AWMF-S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (015-083), Teil 2, Geburtsh Frauenheilk 2022