Hebamme finden

Hebamme oder Doula: Unterschiede, Kosten, was zu dir passt

Aktualisiert am 5. November 20266 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch aus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.

Kurz gesagt: Eine Hebamme ist eine medizinische Fachperson mit staatlicher Erlaubnis, sie leistet Geburtshilfe und wird von der Krankenkasse bezahlt. Eine Doula ist eine nichtmedizinische Begleiterin, die dich vor allem emotional und praktisch unterstützt, vor, während und nach der Geburt. Sie ersetzt keine Hebamme, kann aber zusätzlich da sein. Doula ist kein geschützter Beruf, die Kosten trägst du in der Regel selbst.

Vielleicht hast du von einer Freundin gehört, wie wertvoll ihre Doula bei der Geburt war. Oder du findest keine Beleghebamme und fragst dich, ob eine Doula die Lücke füllen kann. Beide Fragen sind berechtigt. Hier erfährst du, was die beiden unterscheidet, was die Studienlage sagt und wie du entscheidest, was zu dir passt.

Die Unterschiede auf einen Blick

Hebamme Doula
Ausbildung duales Studium, staatliche Erlaubnis nach Hebammengesetz keine einheitliche Ausbildung, Kurse privater Anbieter
Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt nicht geschützt
Medizinische Aufgaben ja: Vorsorge, Geburtshilfe, Wochenbett nein
Geburtshilfe ja, gesetzlich vorbehalten nein
Schwerpunkt medizinische Betreuung und Beratung emotionale und praktische Begleitung
Kosten Kassenleistung ohne Zuzahlung privat, Preise frei vereinbart
Rufbereitschaft bei Beleg- und Hausgeburt privat, Kasse erstattet oft einen Teil meist im Doula-Paket enthalten

Was eine Hebamme macht

Hebammen begleiten Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie können bei normalem Verlauf die Vorsorge übernehmen, geben Kurse, leiten Geburten und betreuen dich und dein Baby nach der Geburt. Gesetzlich Versicherte haben nach § 24d SGB V einen Anspruch darauf, die Kasse zahlt ohne Zuzahlung.

Das Hebammengesetz behält die Geburtshilfe Hebammen und Ärztinnen vor. Dazu gehören die Überwachung des Geburtsvorgangs ab Beginn der Wehen, die Hilfe bei der Geburt und die Überwachung des Wochenbettverlaufs. Ärztinnen und Ärzte müssen dafür sorgen, dass bei jeder Geburt eine Hebamme hinzugezogen wird (§ 4 HebG).

Alle Leistungen findest du im Artikel Was macht eine Hebamme?

Was eine Doula macht

Das Wort Doula kommt aus dem Griechischen und wird oft mit „Dienerin“ übersetzt. Eine Doula begleitet dich kontinuierlich, meist schon in der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den ersten Tagen danach. Ihr Schwerpunkt ist das, wofür im Klinikalltag oft wenig Zeit bleibt:

  • Da sein: durchgehende Anwesenheit während der Wehen, auch wenn die Hebamme zwischen mehreren Gebärenden wechselt.
  • Emotionale Unterstützung: Zuspruch, Ruhe, Ermutigung, auch für die Begleitperson.
  • Körperliche Entlastung: Positionen, Massage, Wärme, Atmung, Getränke reichen.
  • Information sortieren: Fragen vorbereiten, Wünsche für die Geburt besprechen, bei Gesprächen mit dem Team unterstützen.
  • Wochenbett: ein oder zwei Besuche, um die Geburt nachzubesprechen.

Was eine Doula nicht darf und nicht tut: Herztöne überwachen, vaginal untersuchen, Medikamente geben, die Geburt leiten oder medizinische Entscheidungen treffen. Die medizinische Verantwortung liegt bei Hebamme und Ärztin.

Was sagt die Forschung?

Es gibt gute Hinweise, dass eine kontinuierliche Begleitung während der Geburt hilft. Ein Cochrane-Review von 2017 hat 27 Studien mit rund 16.000 Frauen ausgewertet. Frauen mit kontinuierlicher Unterstützung hatten häufiger eine spontane vaginale Geburt und seltener einen Kaiserschnitt. Schäden durch die Begleitung fanden die Forschenden nicht.

Zwei Einschränkungen sind wichtig. Die Qualität der Evidenz wurde für diese Ergebnisse überwiegend als niedrig eingestuft. Und untersucht wurde kontinuierliche Begleitung allgemein, durch Hebammen, Pflegende, Doulas oder vertraute Personen. In Untergruppen schien der Effekt auf die Kaiserschnittrate am größten, wenn die Begleitperson in einer Doula-Rolle war, also nicht zum Klinikpersonal und nicht zur Familie gehörte. Diese Auswertung ist aber nur ein Hinweis, kein Beweis.

Für dich heißt das: Durchgehend begleitet zu werden, kann einen Unterschied machen. Ob das eine Doula, eine Beleghebamme oder eine vertraute Person ist, hängt von deiner Situation ab.

Was kostet eine Doula?

Doulas legen ihre Preise selbst fest. Die Apotheken Umschau nennt durchschnittlich 500 bis 1.000 Euro. Darin enthalten sind meist zwei bis drei Treffen in der Schwangerschaft, eine Rufbereitschaft von etwa zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Termin, die Geburtsbegleitung und ein bis zwei Wochenbettbesuche.

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt Doula-Begleitung in der Regel nicht. Einige Kassen erstatten zwar einen Teil der Rufbereitschaft, das bezieht sich aber auf die Rufbereitschaft von Hebammen. Der gesetzliche Anspruch nach § 24d SGB V umfasst Hebammenhilfe, eine Doula-Begleitung gehört nicht dazu. Eine Kasse, die Doula-Kosten als Satzungsleistung übernimmt, haben wir nicht gefunden. Wenn du es versuchen möchtest, frag bei deiner Kasse schriftlich nach. Der Verein Doulas in Deutschland unterstützt nach eigener Aussage in besonderen Lebenssituationen, etwa bei Alleinerziehenden oder einkommensschwachen Familien, ehrenamtliche Begleitungen über Spenden.

Eine gute Doula erkennen

Weil Doula kein geschützter Beruf ist, unterscheiden sich Ausbildung und Erfahrung stark. Diese Fragen helfen dir bei der Auswahl:

  • Welche Ausbildung haben Sie gemacht, und bei wem?
  • Gehören Sie einem Verband an, der Qualitätsstandards oder einen Ethik-Kodex hat?
  • Wie viele Geburten haben Sie begleitet?
  • Was ist im Preis enthalten, und ab wann gilt die Rufbereitschaft?
  • Wer vertritt Sie, wenn Sie krank sind?
  • Haben Sie schon in meiner Wunschklinik begleitet?
  • Wie sehen Sie Ihre Rolle neben Hebamme und Ärztin?

Vorsicht ist geboten, wenn eine Doula medizinische Ratschläge gibt, von ärztlichen Empfehlungen abrät oder dir eine Hebamme ausreden möchte. Eine gute Doula arbeitet mit dem Team, nicht gegen es.

Was passt zu dir?

Eine Hebamme brauchst du in jedem Fall. Bei der Geburt ist sie gesetzlich vorgeschrieben, und für Schwangerschaft und Wochenbett ist sie die medizinische Ansprechpartnerin, die deine Kasse bezahlt.

Eine Doula kann zusätzlich sinnvoll sein, wenn du:

  • dir eine durchgehende, vertraute Begleitung bei einer Klinikgeburt wünschst,
  • keine Beleghebamme gefunden hast,
  • eine schwere Geburt hinter dir hast und dir mehr Halt wünschst,
  • wenig Unterstützung durch Partner oder Familie hast.

Wenn du dir eine bekannte Person mit medizinischer Kompetenz bei der Geburt wünschst, ist eine Beleghebamme die Alternative. Mehr dazu im Artikel Beleggeburt. Welcher Geburtsort zu dir passt, klärt der Artikel Geburtsort wählen.

Kläre bei der Geburtsanmeldung, ob die Klinik eine Doula zusätzlich zur Begleitperson zulässt. Die Regeln dafür legt jede Klinik selbst fest.

Gut zu wissen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Ob eine Doula für dich sinnvoll ist, kannst du gut im Gespräch mit deiner Hebamme klären.

Egal, wie du dich entscheidest: Für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett brauchst du eine Hebamme. Wie du eine findest, steht im Leitfaden Hebamme finden. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen. Hebamme in deiner Nähe finden

Häufige Fragen

Kann eine Doula die Hebamme ersetzen?

Nein. Geburtshilfe dürfen in Deutschland außer im Notfall nur Hebammen und Ärztinnen leisten, und bei jeder Geburt muss eine Hebamme hinzugezogen werden (§ 4 Hebammengesetz). Eine Doula kann zusätzlich da sein und dich emotional begleiten, sie übernimmt keine medizinischen Aufgaben.

Zahlt die Krankenkasse eine Doula?

In der Regel nicht. Doula-Begleitung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Manche Doula-Vereine unterstützen Familien mit wenig Geld in Einzelfällen über Spenden, frag dort direkt nach.

Was kostet eine Doula?

Die Preise legt jede Doula selbst fest. Die Apotheken Umschau nennt durchschnittlich 500 bis 1.000 Euro für ein Paket aus Vorgesprächen, Rufbereitschaft, Geburtsbegleitung und Wochenbettbesuchen. Lass dir vorher schriftlich geben, was enthalten ist.

Darf eine Doula mit in den Kreißsaal?

Das entscheidet die Klinik. Viele Kliniken erlauben eine oder zwei Begleitpersonen, manche haben eigene Regeln für Doulas. Kläre das bei der Geburtsanmeldung.

Quellen

  1. § 4 Hebammengesetz: Geburtshilfe als vorbehaltene Tätigkeit
  2. § 24d SGB V: Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
  3. GKV-Spitzenverband: Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V (Fassung ab 01.04.2026)
  4. Bohren MA et al.: Continuous support for women during childbirth. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017
  5. Apotheken Umschau: „Freundin auf Zeit“, wie Doulas Frauen bei der Geburt begleiten (aktualisiert 12.01.2026)
  6. Doulas in Deutschland e. V.