Beleghebamme: Mit deiner eigenen Hebamme in die Klinik
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112.
Kurz gesagt: Eine Beleghebamme ist eine freiberufliche Hebamme mit Belegvertrag in einer Klinik. Bei einer Begleit-Beleggeburt kennst du sie schon aus der Schwangerschaft: Sie kommt zu Beginn der Geburt und begleitet dich in der Klinik, möglichst in Eins-zu-eins-Betreuung. Den Behandlungsvertrag schließt ihr vor der 38. Schwangerschaftswoche. Die Kasse zahlt die Geburtshilfe, eine Rufbereitschaftspauschale zahlst du meist selbst.
Für viele Frauen ist die Beleggeburt der Mittelweg: eine vertraute Hebamme, die bleibt, und trotzdem Ärztinnen, PDA und Kinderklinik in Reichweite. Hier liest du, wie das funktioniert, was es kostet und wie du eine Beleghebamme findest.
Was ist eine Beleghebamme?
Der Hebammenhilfevertrag beschreibt Beleghebammen als Hebammen, die nicht am Krankenhaus angestellt sind, einen Belegvertrag mit der Klinik haben und dort ihre Versicherten betreuen. Sie nutzen Räume und Ausstattung der Klinik und rechnen ihre Leistungen direkt mit der Krankenkasse ab, nicht über die Klinik.
Es gibt zwei Formen:
| Dienst-Beleghebamme | Begleit-Beleghebamme | |
|---|---|---|
| Wie arbeitet sie? | im Schichtdienst einer Klinik, die mit Beleghebammen statt angestellten Hebammen arbeitet | auf Abruf für ihre eigenen Schwangeren |
| Kennst du sie vorher? | meist nicht | ja, aus Vorsorge oder Vorgesprächen |
| Wann ist sie da? | wenn sie Dienst hat | wenn deine Geburt beginnt (mit Vertretung) |
| Musst du sie suchen? | nein, die Klinik organisiert das | ja, und zwar früh |
Wenn Menschen von einer „Beleggeburt“ sprechen, meinen sie meist die Begleit-Beleggeburt. Darum geht es im Folgenden.
So läuft eine Begleit-Beleggeburt ab
In der Schwangerschaft
Ihr lernt euch kennen, oft übernimmt die Hebamme auch Vorsorgetermine im Wechsel mit deiner Ärztin. Du meldest dich zusätzlich in der Klinik an, in der sie Belegrechte hat.
Aufklärung und Vertrag vor der 38. Woche
Der Hebammenhilfevertrag sieht für die Begleit-Beleggeburt ein spezifisches Aufklärungsgespräch zum gewählten Geburtsort vor: bis zu zwei Termine, zusammen bis zu 90 Minuten, vor der 38. Schwangerschaftswoche. In diesem Rahmen schließt ihr einen Behandlungsvertrag zur Geburtsbegleitung. Er nennt auch die stellvertretende Begleit-Beleghebamme, falls deine Hebamme verhindert ist. Du bestätigst den geplanten Geburtsort mit deiner Unterschrift.
Diese Frist ist wichtig: Nur dann kann die Hebamme die besonderen Leistungen der Begleit-Beleggeburt mit der Kasse abrechnen.
Wenn es losgeht
Du rufst deine Hebamme an. Sie kann schon zu Hause zu dir kommen, ab der frühen Phase der Geburt (Latenzphase), und dann mit dir in die Klinik fahren. Dort betreut sie dich weiter, bis das Kind geboren ist, und noch einige Zeit danach. Eine Ärztin kommt dazu, wenn es nötig wird, und in vielen Kliniken zur Geburt selbst.
Nach der Geburt
Du kannst ambulant nach Hause gehen oder auf der Wochenstation bleiben. Ob deine Beleghebamme auch die Wochenbettbesuche übernimmt, ist nicht selbstverständlich. Kläre das vorher ausdrücklich. Wie die Besuche ablaufen, steht im Artikel Wochenbettbetreuung.
Eins-zu-eins-Betreuung: Was der Vertrag regelt
Der Hebammenhilfevertrag sagt: Die Beleghebamme soll von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach der Geburt möglichst nur einer Gebärenden helfen. Bei hoher Nachfrage darf sie gleichzeitig eine zweite Schwangere oder Gebärende überwachen. Nur in einer akuten Ausnahmesituation darf sie bis zum Eintreffen einer weiteren Hebamme höchstens eine Stunde lang eine dritte Frau mitüberwachen.
Für eine durchgehende Eins-zu-eins-Betreuung gibt es seit dem neuen Vertrag eine eigene, deutlich höhere Vergütung. Der GKV-Spitzenverband hat die Stundenvergütung dafür nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt. Für dich heißt das: Kontinuierliche Begleitung ist ausdrücklich gewollt, garantiert ist sie trotzdem nicht. Frag im Vorgespräch nach.
Was kostet eine Beleggeburt?
- Geburtshilfe: zahlt die Krankenkasse direkt an die Hebamme. Zuzahlungen oder Vorkasse für Vertragsleistungen sind nicht erlaubt.
- Klinikaufenthalt: zahlt die Kasse an die Klinik. Wahlleistungen wie ein Familienzimmer zahlst du selbst.
- Rufbereitschaftspauschale: Viele Begleit-Beleghebammen berechnen sie privat, weil sie in den Wochen um den Termin jederzeit erreichbar sein müssen. Das ist keine Leistung des Hebammenhilfevertrags. Laut GKV-Spitzenverband liegen solche Pauschalen regelmäßig bei mehreren Hundert Euro. Manche Kassen erstatten einen Teil, Höhe und Bedingungen sind unterschiedlich.
Lass dir die Rufbereitschaft schriftlich geben: Zeitraum, Betrag, was bei Verlegung, Kaiserschnitt oder Verhinderung der Hebamme passiert. Mehr dazu im Artikel Rufbereitschaftspauschale.
So findest du eine Beleghebamme
- Früh anfangen. Begleit-Beleghebammen betreuen nur wenige Geburten im Monat. Frag am besten im ersten Drittel der Schwangerschaft.
- Bei der Wunschklinik fragen. Viele Kliniken wissen, welche Hebammen bei ihnen Belegrechte haben.
- Hebammenliste nutzen. In der GKV-Hebammenliste kannst du nach dem Leistungsangebot Begleit-Beleggeburt suchen. Sie zeigt allerdings nicht, ob noch Kapazität frei ist.
- Netzwerke und Geburtshäuser. Hebammenteams und Geburtshäuser kennen oft Kolleginnen mit Belegvertrag.
Wie du allgemein vorgehst, steht im Ratgeber Hebamme finden.
Fragen fürs Kennenlerngespräch
- In welchen Kliniken hast du Belegrechte?
- Wie viele Frauen betreust du pro Monat zur Geburt?
- Wer vertritt dich, und kann ich die Vertretung vorher kennenlernen?
- Ab wann und bis wann gilt die Rufbereitschaft, was kostet sie?
- Kommst du zu Beginn der Geburt zu mir nach Hause?
- Übernimmst du auch die Wochenbettbetreuung?
- Wie gehst du mit meinem Geburtsplan um?
Weitere Fragen findest du im Artikel Erstes Gespräch mit der Hebamme.
Sofort Hilfe holen: Wenn du deine Hebamme nicht erreichst und starke Blutungen hast, sehr viel Fruchtwasser plötzlich abgeht und das Kind noch nicht fest im Becken liegt oder du das Gefühl hast, das Kind kommt: ruf 112 oder fahr direkt in den Kreißsaal. Die Klinik betreut dich auch ohne deine Hebamme.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Was viele Frauen schätzen:
- eine vertraute Person, die deine Wünsche und deine Geschichte kennt
- kein Schichtwechsel mitten in der Geburt, meist durchgehende Begleitung
- die frühe Phase oft zu Hause, gemeinsam entscheidet ihr, wann ihr fahrt
- Ärztinnen, PDA, Operationssaal und häufig eine Kinderklinik im selben Haus
Was du bedenken solltest:
- Begleit-Beleghebammen sind knapp, oft musst du dich sehr früh entscheiden
- die Rufbereitschaft kostet in der Regel privat Geld
- deine Hebamme kann krank oder bei einer anderen Geburt sein, dann kommt die Vertretung
- du bist an die Kliniken gebunden, in denen sie Belegrechte hat
Für wen passt eine Beleggeburt?
Sie passt gut, wenn dir Kontinuität wichtig ist, du aber die Möglichkeiten der Klinik nicht missen willst. Anders als bei Hausgeburt und Geburtshaus findet die Geburt in der Klinik statt, Ärztinnen sind da. Ob eine Beleggeburt bei einer Risikoschwangerschaft möglich ist, hängt von der Klinik und deiner Situation ab. Sprich das früh mit deiner Hebamme und der Klinik ab. Wenn du dir unsicher bist, welcher Ort zu dir passt, hilft der Überblick Geburtsort wählen.
Gut zu wissen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Ob deine Wunschklinik mit Beleghebammen arbeitet und wie, erfährst du am sichersten im Anmeldegespräch.
Begleit-Beleghebammen sind gefragt und oft früh ausgebucht. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben und welche Leistungen sie anbieten, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen: Hebamme in deiner Nähe finden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Beleghebamme?
Die Geburtsbegleitung selbst zahlt die Krankenkasse direkt an die Hebamme. Privat kommt meist eine Rufbereitschaftspauschale dazu, die viele Beleghebammen berechnen, damit sie rund um den Termin jederzeit für dich kommen. Manche Kassen erstatten einen Teil davon, frag vorher bei deiner Kasse nach.
Bis wann brauche ich einen Vertrag mit der Beleghebamme?
Für eine Begleit-Beleggeburt muss der Behandlungsvertrag zur Geburtsbegleitung vor der 38. Schwangerschaftswoche geschlossen werden, im Rahmen des Aufklärungsgesprächs zum Geburtsort. Darin wird auch eine vertretende Hebamme benannt. Weil Beleghebammen knapp sind, solltest du aber schon im ersten Drittel der Schwangerschaft suchen.
Was ist der Unterschied zwischen Dienst-Beleghebamme und Begleit-Beleghebamme?
Dienst-Beleghebammen sind freiberuflich, arbeiten aber im Schichtdienst einer Klinik, du lernst sie meist erst im Kreißsaal kennen. Eine Begleit-Beleghebamme kennst du aus der Schwangerschaft, sie kommt zur Geburt und geht mit dir in die Klinik, mit der sie einen Belegvertrag hat.
Bleibt die Beleghebamme die ganze Geburt bei mir?
Das ist das Ziel. Der Hebammenhilfevertrag sieht vor, dass eine Beleghebamme von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach der Geburt möglichst nur eine Gebärende betreut. Bei hoher Nachfrage darf sie eine zweite Frau überwachen. Frag im Vorgespräch, wie sie das handhabt und wer sie vertritt.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Hebammenhilfevertrag nach § 134a SGB V (Fassung ab 01.04.2026), Beleghebammen, Gebührenpositionen 1030X, 201X5, 202X5, 203X5
- GKV-Spitzenverband: Pressemitteilung „Vergütung von Beleghebammen fair weiterentwickelt“ (29.04.2025)
- GKV-Spitzenverband: Zahlen, Daten, Fakten zu freiberuflichen Hebammen
- familienplanung.de (BIÖG): Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt?
- GKV-Spitzenverband: Hebammenliste