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Hebammensprechstunde: Was sie ist und wer sie zahlt

Aktualisiert am 6. November 20265 Min. LesezeitFachliche Prüfung durch eine Hebamme steht noch ausSo arbeitet unsere Redaktion

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion anhand der unten genannten Quellen geprüft. Die fachliche Prüfung durch eine Hebamme folgt. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin. Im Notfall: 112. So arbeitet unsere Redaktion

Kurz gesagt: Eine Hebammensprechstunde ist ein fester Termin, zu dem du zu einer Hebamme kommst, statt dass sie dich besucht. Es gibt sie in Geburtskliniken vor der Geburt, als offene Sprechstunde in Hebammenpraxen oder Familienzentren, als kommunales Angebot und nach der Geburt als Wochenbettambulanz. Gesetzlich Versicherte zahlen für Hebammenhilfe nichts. Bring deinen Mutterpass und deine Versichertenkarte mit.

Vielleicht hast du das Wort auf der Seite deiner Geburtsklinik gelesen, oder jemand hat dir geraten, „einfach in die Hebammensprechstunde zu gehen“, weil du noch keine Hebamme hast. Gemeint sein kann beides, und das ist verwirrend. Hier ordnen wir die Formen, damit du weißt, was dich erwartet und wo du hingehst.

Was ist eine Hebammensprechstunde?

Der Begriff ist nicht geschützt. Er bezeichnet ganz allgemein einen Termin bei einer Hebamme an einem festen Ort. Der Hebammenhilfevertrag unterscheidet Leistungen, die die Hebamme bei dir zu Hause erbringt, von solchen, die sie „nicht-aufsuchend“ erbringt, „zum Beispiel in einer von Hebammen geleiteten Einrichtung“. Er nennt auch ausdrücklich Sprechstunden und Kurse in Einrichtungen wie Familienzentren. Eine Sprechstunde ist also eine ganz normale Form der Hebammenhilfe.

In der Praxis begegnen dir vier Formen.

1. Die Sprechstunde in der Geburtsklinik

Viele Kliniken laden Schwangere einige Wochen vor dem Termin zu einem Gespräch mit einer Hebamme ein. Oft heißt es auch Geburtsplanung oder Anmeldung zur Geburt. Drei Beispiele:

  • Städtisches Klinikum Dresden (Neustadt/Trachau): Hebammensprechstunde zur Vorbereitung auf die Geburt ab der 28. Schwangerschaftswoche, auch bei Risiken. Eine Überweisung ist nicht nötig, einen Fragebogen füllst du vorher aus. Die Klinik betont, dass die Sprechstunde weder die Vorsorge noch die Geburtsvorbereitung ersetzt.
  • Universitätsklinikum Leipzig: Hebammen-Sprechstunde ab der 32. Woche. Ihr sprecht über deine Wünsche, die Akte zur Geburt wird angelegt, und wenn möglich gibt es eine Kreißsaalführung. Mitbringen: Mutterpass und Versichertenkarte, eine Überweisung brauchst du nicht.
  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden: Hebammensprechstunde für Schwangere mit unkompliziertem Verlauf. Bei Komplikationen oder einem geplanten Kaiserschnitt verweist die Klinik auf die ärztliche Intensivschwangerenberatung.

2. Offene Sprechstunden bei Hebammen

Manche Hebammenpraxen und Familienzentren bieten Sprechstunden an, in die du mit Fragen kommen kannst, ohne dass eine Hebamme dich fest betreut. Ob du einen Termin brauchst, ist unterschiedlich.

3. Kommunale Angebote

Einige Städte organisieren eigene Sprechstunden. In Hamburg gibt es laut Stadt in einigen Bezirken offene Hebammensprechstunden. Daneben haben viele Gesundheitsämter Familienhebammen, die Familien in belasteten Lebenslagen begleiten.

4. Die Wochenbettambulanz

Nach der Geburt heißen Sprechstunden oft Wochenbettambulanz oder Wochenbettsprechstunde. Sie richten sich vor allem an Mütter ohne Nachsorgehebamme. Mehr dazu im Artikel Wochenbettambulanz.

Was dort passiert

Form Typische Inhalte
Klinik vor der Geburt Fragen zur Geburt, Wünsche, Aufnahmeformalitäten, Akte, manchmal Kreißsaalführung
Offene Sprechstunde Beschwerden in der Schwangerschaft, Fragen zu Stillen, Baby und Alltag
Kommunales Angebot Beratung und Weitervermittlung, oft für Familien mit besonderem Bedarf
Wochenbettambulanz Kontrolle von Gebärmutter, Wunde und Brust, Gewicht und Nabel des Babys, Stillfragen

Die Klinik-Sprechstunde ist keine Vorsorgeuntersuchung. Die Vorsorge bekommst du weiter bei deiner Ärztin oder bei einer Hebamme, wie im Artikel Vorsorge bei der Hebamme beschrieben.

Wer zahlt?

Hebammenhilfe ist für gesetzlich Versicherte eine Kassenleistung nach § 24d SGB V. Die Hebamme rechnet direkt mit deiner Kasse ab, deshalb brauchst du deine Versichertenkarte. Der Hebammenhilfevertrag erlaubt keine Zuzahlungen, keine Vorkasse und keine Kaution für Vertragsleistungen.

Was die Kasse bei freiberuflichen Hebammen zahlt, gilt auch in der Sprechstunde:

  • In der Schwangerschaft: Hilfeleistung bei Beschwerden ohne Begrenzung der Zahl der Kontakte, bis zu 90 Minuten pro Kontakt, zu Hause oder bei der Hebamme. Dazu bis zu 12 telefonische Kurzberatungen und die Vorsorge im Umfang der Mutterschafts-Richtlinien.
  • Im Wochenbett: die Kontingente für frühes und spätes Wochenbett, auch wenn du zur Hebamme kommst.

Für die Sprechstunde in der Geburtsklinik nennen die Seiten der Kliniken in unseren Beispielen keine Kosten. Privatleistungen darf eine Hebamme nur berechnen, wenn ihr das vorher schriftlich vereinbart habt. Bist du privat versichert, kläre die Erstattung mit deiner Versicherung. Was die Kasse insgesamt übernimmt, steht unter Was zahlt die Krankenkasse für die Hebamme?.

So findest du eine Hebammensprechstunde

  • Seite deiner Wunschklinik: Such nach „Hebammensprechstunde“, „Geburtsplanung“ oder „Anmeldung zur Geburt“. Dort steht, ab welcher Woche und wie du einen Termin machst.
  • Infoabend der Klinik: Frag dort auch, ob es nach der Geburt eine Sprechstunde für Frauen ohne Hebamme gibt.
  • GKV-Hebammenliste: Sie zeigt alle Vertragshebammen und lässt sich nach Leistung filtern. Ob eine Hebamme eine Sprechstunde anbietet und Zeit hat, erfährst du nur auf Nachfrage.
  • Gesundheitsamt, Schwangerschaftsberatung, Familienzentrum: Sie kennen kommunale und offene Angebote vor Ort.
  • Frauenarztpraxis: Viele Praxen wissen, welche Hebammen in der Nähe Sprechstunden haben.

Mitbringen: Mutterpass, Versichertenkarte, deine Fragen auf einem Zettel und, falls die Klinik einen Fragebogen vorgibt, den ausgefüllten Bogen.

Wo die Sprechstunde nicht reicht

Eine Sprechstunde ist ein guter Ort für Fragen und Kontrollen. Sie ist keine Notfallstelle und ersetzt keine feste Hebamme, die dich im Wochenbett zu Hause besucht. Wenn du noch suchst, helfen dir Hebamme finden und Keine Hebamme gefunden.

Sofort Hilfe holen:

  • In der Schwangerschaft: Bei Blutungen, Fruchtwasserabgang, regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche, deutlich weniger Kindsbewegungen, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder starken Schmerzen im Oberbauch fahr in den Kreißsaal oder ruf 112. Mehr unter Warnzeichen in der Schwangerschaft.
  • Nach der Geburt: Bei sehr starker Blutung, plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen oder Ohnmacht ruf 112. Fieber ab 38 °C, übel riechender Wochenfluss oder ein geschwollenes, schmerzendes Bein: noch am selben Tag ärztlich abklären, nachts und am Wochenende über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder die Klinik.
  • Gedanken, dir oder deinem Kind etwas anzutun: Ruf 112 oder die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111.
  • Dein Baby hat 38 °C oder mehr, trinkt nicht, ist sehr schlapp oder atmet schwer: Kinderärztliche Praxis oder Notaufnahme, bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit 112.

Gut zu wissen

Angebote und Abläufe ändern sich, die Beispiele haben wir im November 2026 auf den Seiten der Kliniken geprüft. Frag vor deinem Termin kurz nach. Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin.

Eine Sprechstunde ist ein Anfang, eine eigene Hebamme ist mehr. Auf hebi siehst du, welche Hebammen in deiner Nähe im Monat deines Termins noch Zeit haben, und kannst mehrere mit einer Anfrage erreichen: Hebamme in deiner Nähe finden.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Hebammensprechstunde in der Klinik eine Überweisung?

Meist nicht. Das Städtische Klinikum Dresden und das Universitätsklinikum Leipzig schreiben ausdrücklich, dass keine Überweisung nötig ist. Bring deinen Mutterpass und deine Versichertenkarte mit. Bei Risikoschwangerschaften verweisen Kliniken oft auf eine ärztliche Sprechstunde, für die du eine Überweisung brauchst.

Ab wann gehe ich in die Hebammensprechstunde der Geburtsklinik?

Das legt jede Klinik selbst fest. Das Städtische Klinikum Dresden nennt die 28. Schwangerschaftswoche, das Universitätsklinikum Leipzig die 32. Woche. Schau auf der Seite deiner Wunschklinik nach und vereinbare den Termin rechtzeitig.

Kann ich in eine Hebammensprechstunde, wenn ich keine eigene Hebamme habe?

Ja, gerade dafür sind offene Sprechstunden und Wochenbettambulanzen oft gedacht. Die Klinik-Sprechstunde vor der Geburt steht ohnehin allen offen, die dort gebären möchten. Frag bei deiner Geburtsklinik, beim Gesundheitsamt oder bei Familienzentren nach Angeboten in deiner Nähe.

Ersetzt die Hebammensprechstunde die Vorsorge?

Nein. Die Klinik-Sprechstunde dient vor allem der Vorbereitung auf die Geburt in diesem Haus. Das Städtische Klinikum Dresden schreibt ausdrücklich, dass sie weder die Vorsorge noch die Geburtsvorbereitung ersetzt. Deine Vorsorge läuft weiter bei deiner Ärztin oder Hebamme.

Quellen

  1. GKV-Spitzenverband: Hebammenhilfevertrag (Fassung ab 01.04.2026), Vergütungsregeln § 4 und § 11, Gebührenpositionen 101XX und 1020X
  2. § 24d SGB V: Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
  3. Städtisches Klinikum Dresden: Geburtshilfe Neustadt/Trachau, vor der Geburt (Hebammensprechstunde)
  4. Universitätsklinikum Leipzig: Hebammen-Sprechstunde der Geburtsmedizin
  5. Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden: Geburtsplanung und Hebammensprechstunde
  6. Freie und Hansestadt Hamburg: Ambulante Hebammen, offene Hebammensprechstunden
  7. GKV-Spitzenverband: Hebammenliste